Wenn am Freitag dieser Woche die Olympischen Winterspiele (9. bis 25.02. 2018 im südkoreanischen Pyeongchang) beginnen, geht es für die Teilnehmer aus aller Welt unterm Strich eben nicht allein um die Wettbewerbe und den Kampf ums Edelmetall. Der im Austragungsland heimische Elektronikhersteller Samsung möchte sich die Spiele vor Ort einiges kosten lassen. Der Planung: Jeder Sportler, der es zur Olympiade geschafft hat, soll ungeachtet der möglichen Erfolge eine Belohnung der besonderen Art erhalten. Worum geht es genau? Der Smartphone-Riese Samsung will etwa 4.000 Sportlerinnen und Sportlern aus den diversen Teilnehmerstaaten ein neues Galaxy Note 8 aus der eigens aufgelegten „Olympic Edition“ zukommen lassen. Ein durchaus kostspieliges Präsent, denn das Gerät hat einen Neupreis in Höhe von umgerechnet gut 850 Euro.

Alle Sportler sind gleich? Aktion sorgt für Wirbel

„So weit, so gut“ möchte man meinen. Doch es schwelt ein Disput um diese besondere, medienwirksame Werbeaktion des erfolgreichen Apple-Konkurrenten aus Fernost. Der südkoreanische Elektronikkonzern schließt nach aktuellem Stand der Dinge nämlich 25 Sportler aus. Wie erwartet, geht es hier um die Teilnehmer aus dem Nachbarland Nordkorea, die nach den kürzlichen Gesprächen am Runden Tisch zwischen den beiden koreanischen Konfliktparteien von der immerhin vier Millionen Euro teuren Aktion ausgeschlossen sein sollen. Beim Internationalen Olympischen Komitee zeigt man sich über diese Pläne wenig begeistert. Zumal auch iranische Sportler sprichwörtlich in die Röhre schauen sollen. Ähnliche Geschenkkampagnen sind rund um die Spiele zwar keine Seltenheit. Dass aber einige Teilnehmer von Maßnahmen ausgenommen sein sollen? Fürs IOC ist dies ein klares No-go.

Wer bekommt denn nun ein Samsung-Smartphone?

Der Grund für den Ausschluss ist aber nicht etwas Samsungs Firmenpolitik, sondern vielmehr in einem weiterhin bestehenden Embargo der Vereinten Nationen zu sehen. Das Verbot bezieht sich auf die Einfuhr luxuriöser Elektronikgeräte in eben diese Staaten. Hintergrund ist eine mögliche Verwendung im militärischen Kontext. Beim IOC erweist man sich halbswegs kreativ: Der Hersteller solle den betroffenen sportlichen Landesvertreter die Geräte nun wenigstens für den Zeitraum der Großveranstaltung zur Verfügung stellen. Die Olympia-Organisatoren aber halten diesen Lösungsweg für wenig zielführend. Jemand solle eine klare Regelung vogeben.

Samsung verweigert deshalb die Übergabe der Smartphones, aus Angst vor Konsequenzen infolge eines Verstoßes gegen die Sanktionen. Das Gebot der Gleichbehandlung in den IOC-Statuten wird in den kommenden Tagen also noch für Gesprächsbedarf sorgen.

Bild: @ depositphotos.com / wolterke

Matthias Nemack

Matthias Nemack

Als freier Texter und Journalist bin ich im Schwerpunkt in den Sparten Wirtschaft und Finanzen tätig, interessiere mich aber gleichermaßen für die großen Zusammenhänge, die sich aus der Schnittmenge mit der Politik ergeben. Darüber hinaus verfolge ich aktuelle Lifestyle-Entwicklungen und neue Erkenntnisse aus dem Bereich Work-Life-Balance. Von Zeit zu Zeit dürfen es auch gerne mal Klatsch und Tratsch sein, weil sich zwischendurch einfach für Entspannung im hektischen Arbeitsalltag sorgen.
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