Lootboxen sind das Kryptonit des Gamers. Eigentlich will man für die Boxen, in denen je nach Spiel Skins, zusätzliche Waffen oder andere Belohnungen enthalten, gar kein Geld ausgeben. Und dann tut man es doch – und beschert den Publishern damit Millionengewinne. Lootboxen haben Suchtpotential. Daher wird momentan in Deutschland erwogen, diesen Aspekt von Computerspielen als Glücksspiel zu verbieten.

Schluss mit Lootboxen

Nach einer noch unveröffentlichten Studie der Universität Hamburg werden Computer- und Konsolenspiele immer mehr wie ein Glücksspiel. Dafür spräche auch, dass bei In-Game-Käufen ein großer Anteil des Umsatzes von wenigen Spielern kommt – ein klassisches Merkmal von Glücksspielmärkten. Allein 2016 lag der Umsatz bei In-Gamer-Käufen weltweit bei etwa 8 Milliarden Euro. Für 2017 wird mit mehr als 10 Milliarden gerechnet.

Die Kommission für Jugendmedienschutz der Landesmedienanstalten untersucht nun die Möglichkeit, die sogennanten Lootboxen zu verbieten. „Ich halte es für denkbar, dass Lootboxen gegen das Verbot von Kaufappellen an Kinder und Jugendliche verstoßen könnten“, so der Vorsitzende der Jugendschutz-Kommission, Wolfgang Kreißig. Sollten Spieleanbieter dann gegen dieses Verbot verstoßen, droht ein Bußgeldverfahren oder sogar ein Verbot des jeweiligen Spieles. Auch die belgische Gaming-Kommission strebt seit einigen Monaten ein Verbot der Lootboxen an, das sich auf ganz Europa erstrecken soll.

Lootboxen sind nicht neu, sondern schon seit Jahren ein Element von Videospielen. Prominente Beispiele sind die Packs aus der FIFA-Reihe von EA oder die Kisten aus Call of Duty. Spieler bezahlen für die Lootboxen entweder mit einer In-Game-Währung oder aber – im häufigeren Fall – mit Echtgeld. Zu einem viel diskutierten Thema wurden die Lootboxen mit dem Spiel Star Wars Battlefront 2, das eine deutliche „Pay-2-win“-Ausrichtung hatte. Mit anderen Worten: Spieler, die Geld für Lootboxen ausgaben, hatten einen deutlichen Vorteil.

Der Lootboxen-Trend wird auch von Youtubern aus der Gaming-Szene beflügelt. Diese bekommen von Herstellern oder Drittanbietern Mittel zur Verfügung gestellt, um Lootboxen kaufen zu können. Diese werden dann vor laufender Kamera und einer großen Zuschauerschaft geöffnet. Allein die Suche nach „Fifa 18 Pack Openings“ bei Youtube ergibt zahlreiche Ergebnisse. Ein Verbot solcher In-Game-Käufe würde all das beenden. Und fast schon nebenbei für große Verluste in der Spielebranche sorgen.

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