Die Diskussion über das Für und Wider der Zeitumstellung ist für die Medien ein zuverlässiges Thema, das mindestens einmal pro Jahr auf den Tisch kommt. Doch damit könnte bald Schluss sein. Nachdem immer mehr Bürger ihren Unmut gegenüber der Zeitumstellung und vor allem ihren Folgen kundgetan haben, hat sich die Politik dem Thema endlich konkret angenommen. Am Donnerstag stimmte das EU-Parlament in Straßburg über die Abschaffung der Zeitumstellung ab, die vielen Menschen physisch und psychisch zu schaffen macht.

384 Abgeordnete stimmten für Abschaffung der Sommerzeit

Vor der Abstimmung stand allerdings die Debatte, in der leidenschaftlich über die Vor- und Nachteile der Sommerzeit diskutiert wurde. Kritiker führten wie so oft die Gesundheitsprobleme an. Eine breite Gruppe der Betroffenen klagt noch Tage nach der Umstellung über Konzentrationsstörungen und Schlafprobleme. Es gibt allerdings auch Studien, die einen positiven Einfluss auf das Wohlbefinden bescheinigen, weil sich das zusätzliche Tageslicht positiv aufs Gemüt auswirkt.

Letztlich stimmten 384 Abgeordnete für die Abschaffung der Sommerzeit, nur 154 wollen daran festhalten. Das bedeutet zwar noch nicht, dass die Zeitumstellung tatsächlich der Vergangenheit angehört, doch es könnte der Anfang vom Ende sein. Denn nun muss sich die EU-Kommission mit dieser Thematik beschäftigen. Sollten die Nachteile tatsächlich überwiegen, soll die Sommerzeit in der gesamten Europäischen Union abgeschafft werden. Nationale Alleingänge will die EU unbedingt verhindern.

Ursprünglich zum Energiesparen eingeführt

Die Sommerzeit wurde in den 1970er-Jahren von vielen Ländern eingeführt, die von der Ölkrise betroffen waren. Deutschland führte sie 1980 ein. Grund war die Überzeugung, durch die bessere Nutzung des Tageslichts Energie zu sparen. Deshalb wird die Uhr bis heute im Frühling (letzter Sonntag im März) um eine Stunde nach vorne gestellt, während sie im Herbst (letzter Sonntag im Oktober) um eine Stunde zurückgestellt wird und somit wieder die Normal- bzw. Standardzeit gilt.

Die Umstellung bewirkt, dass es im Sommer morgens länger dunkel ist, dafür abends länger hell. Weil die meisten Menschen morgens ohnehin noch schlafen, abends aber länger wach sind, soll so der Energiebedarf gesenkt werden. Untersuchungen haben jedoch ergeben, dass die Einsparungen deutlich geringer ausfallen als ursprünglich gedacht. Stattdessen ist die Zeitumstellung jedes Jahr mit hohen Kosten verbunden.

Bild: @ depositphotos.com / Oakozhan

Matthias Koprek

Matthias Koprek

Matthias Koprek ist Autor, Journalist und Unternehmer. Er widmet sich vorwiegend den Themen Finanzen, Fotografie, Kulinarik, Marketing, Medien, Politik, Reisen und Wirtschaft. Als Experte für Online Marketing liegt sein Schwerpunkt zudem auf allem Digitalen.
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