Es war eine heiße, innige und sehr leidenschaftliche Liebe, die Liebe der Deutschen zu einer Küchenmaschine mit Namen Thermofix. Im vergangenen Jahr verkaufte die Wuppertaler Elektrofirma Vorwerk Küchenmaschinen der Marke Thermofix im Wert von 1,3 Milliarden Euro. In diesem Jahr hat die Liebe der Deutschen zu ihrem Thermofix aber deutlich nachgelassen. Um rund 7,8 Prozent ist der Umsatz mit den Küchenhelfern nach unten gesackt und die Spirale dreht sich weiter abwärts.

Ein echter Dauerbrenner

Die Küchenmaschine als Multifunktionsgerät – das gibt es bei der Firma Vorwerk schon einige Jahre. Seit 1982 verkauft das Unternehmen aus dem Bergischen Land diese Multifunktionsmaschinen, aber erst 2014 hatten sie einen Touchscreen und eine elektronische Anleitung zum Kochen. Vorwerk brachte das Gerät ohne große Vorankündigung und Werbung auf den Markt, das löste einen wahren Hype in diesem Segment aus. Es gelang über Jahre hinweg, die Verkaufszahlen im zweistelligen Bereich zu halten, und manchmal mussten Kunden bis zu zwölf Wochen auf ihren Thermofix warten. Heute beträgt die Lieferzeit für die Küchenmaschine nicht einmal eine Woche.

Auf der Suche nach neuen Märkten

Da Vorwerk die Produktion in seinen Werken in Deutschland und auch in Frankreich großzügig nach oben gefahren hat, müssen jetzt neue Märkte her. Momentan gibt es den Thermofix in 14 Ländern, seit kurzer Zeit auch in China und in den USA. Da nach Angaben des Wuppertaler Unternehmens die Markteinführung in Amerika offenbar gelungen ist, konnte der Rückgang der Geschäfte ein wenig abgefedert werden. Allerdings ist die Strategie für den Verkauf eine ganz andere als in der deutschen Heimat. Während in Deutschland alles über den klassischen Direktverkauf geht, läuft es in den USA und in China über Küchenstudios. Statt des Vertreters, der nach Hause kommt und das Gerät dort vorführt, mögen Amerikaner wie auch Chinesen Live-Kochshows im Internet. In Deutschland lohnt sich eine solche Verkaufsstrategie nicht, hier bleibt alles beim Alten.

Die große Hoffnung USA

Vor allem vom Geschäft mit den Amerikanern verspricht sich Vorwerk sehr viel. Jeder US-Amerikaner gibt immerhin rund neun Milliarden Dollar nur für Küchengeräte aus, große Geräte wie Kühlschränke, Geschirrspüler oder Tiefkühltruhen sind noch nicht eingerechnet. Warum sollten sich die Amerikaner also nicht in eine Küchenmaschine verlieben, die außer Beton mischen so gut wie alles kann?

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