Die Experten vom Chaos Computer Club haben es kommen sehen. Für sie war es nur eine Frage der Zeit, wann es wieder einen großen Hackerangriff auf das Bundesnetz geben wird. Am Mittwoch der vergangenen Woche war es wieder so weit: Das Bundesnetz wurde gehackt und das Ausmaß der Schäden ist noch nicht absehbar. Einmal mehr stehen die zentralen Schwächen der IT-Sicherheit in der öffentlichen Verwaltung im Fokus, die Frage ist nur, wann sich endlich etwas ändert.

Wer ist schuld?

2002 beschloss der damalige Außenminister Joschka Fischer, mit Linux zu arbeiten. Das funktionierte aber nur bis 2010. Dann wurde Guido Westerwelle von der FDP neuer Außenminister und er trennte sich umgehend von Linux und kehrte zu Windows zurück. Ein Fehler, wie sich jetzt herausgestellt hat, denn im Außenministerium haben die Hacker ganz besonders schlimm gewütet. Die unglückselige Strategie von Guido Westerwelle ist wahrscheinlich die Ursache für den erneuten schweren Angriff. Es gibt jedoch noch andere Faktoren, die zeigen, wie angreifbar das System ist.

Keine Monokultur mehr

Bis auf wenige Ausnahmen ist die Verwaltung in Deutschland fest in der Hand von Microsoft und dem Windows. Das, was viele nur als das „Microsoft-Dilemma“ bezeichnen, stellt die Behörden vor eine Reihe von sehr großen Herausforderungen, da Sicherheitsbedenken einfach ignoriert werden. Dabei gibt es gute Alternativen, wie zum Beispiel GNU/Linux oder auch FreeBSD. Sinnvoll ist es auch, verschiedene Bereiche wie die Textverarbeitung, den Browser oder die Mails abzuschotten und zu trennen. Sollte es dennoch einen weiteren Angriff geben, halten sich die Schäden, falls es erneut welche geben sollte, in engen Grenzen.

Ein höherer Stellenwert ist notwendig

In vielen Bereichen der Verwaltung führt die IT-Sicherheit nach wie vor ein Schattendasein. Meist ist eine gute Funktionalität wichtiger als die Sicherheit und die wird gerne mal vernachlässigt. Das ist auf der einen Seite nur verständlich, denn die IT-Sicherheit ist unsichtbar, auf der anderen Seite aber sehr gefährlich. Freie und Open-Source-Software sind hier eine gute Empfehlung, denn sie lassen sich beliebig erweitern und verändern. Da sie darüber hinaus noch kostenlos sind, sollte der Verwendung nichts mehr im Wege stehen.

Mehr oder weniger unverantwortlich ist, dass es an so vielen staatlichen Stellen zu so vielen eklatanten Sicherheitslücken kommt und dass fremde Systeme ohne Probleme ins System eindringen können. Die fremden Hacker schleusen beliebig viele Trojaner in die staatlichen Systeme ein und diejenigen, die davon betroffen sind, erfahren davon erst aus den Nachrichten im Fernsehen.

Bild: @ depositphotos.com / Rawpixel

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen.
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