Stuttgart (ots) – Wenn die Finanzminister und Notenbankpräsidenten aus Industrie- und Schwellenländern zur Frühjahrstagung von IWF und Weltbank in Washington zusammenkommen, herrscht vordergründig eitel Sonnenschein. Die Weltwirtschaft wächst so stark wie seit acht Jahren nicht mehr. Dennoch dürfte in vertraulichen Runden in Washington vor allem mit sorgenvoller Miene gesprochen werden. Denn die Risiken nehmen zu. Angesichts der vielen Konflikte steigt das Unbehagen. Allein der drohende Handelskrieg zwischen den USA und Europa könnte sich als Gefahr für den globalen Aufschwung erweisen. Vieles deutet darauf hin, dass den Risiken zu wenig Beachtung geschenkt wird. Dazu gehört die Zinswende, die in Europa überfällig ist. Über kurz oder lang müssen auch im Euroraum die Zinsen steigen. Das wird Folgen für die Staatshaushalte haben. Viele Staaten nutzen die guten Zeiten aber nicht dazu, sich auf Abschwungphasen vorzubereiten. Das ist leichtfertig, weil sich selbst bei geringem Gegenwind die finanzpolitische Ausgangslage rasch verschlechtern kann. Missstände werden gegenwärtig noch von der guten Konjunktur überdeckt. Die Probleme bleiben die alten.

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