Das Leben von Berufstätigen, die in einem Büro tätig sind, sah bis vor kurzer Zeit noch sehr übersichtlich aus. Nach dem Frühstück die Fahrt zur Arbeit, dann eine Bürotätigkeit von 9:00 Uhr bis 17:00 Uhr, anschließend die Fahrt nach Hause. Dann kam die Digitalisierung und plötzlich sah der Arbeitsalltag für mehr Menschen ganz anders aus. Vorbei sind die Zeiten mit Festnetztelefon und Faxgerät, heute bestimmen Smartphones und Notebooks den Arbeitsalltag ebenso wie flexible Arbeitszeiten und das Home-Office. Möglich ist diese rasante technische Veränderung durch die Cloud.

Es ist möglich, überall zu arbeiten

Was ist eigentlich das viel gepriesene Cloud-Computing? Ganz einfach, hier handelt es sich um neue Infrastrukturen und Anwendungen, die alle über das Internet funktionieren. Das klingt zunächst unkompliziert und auch unspektakulär, in Wirklichkeit ist es aber mehr als eine digitale Revolution. Diese Revolution hat große Auswirkungen auf den Arbeitsalltag, denn heute kann jeder mit dem Smartphone, dem Tablet oder mit dem Laptop jederzeit und überall arbeiten. Das macht den Arbeitsalltag deutlich flexibler und viele Menschen arbeiten in ihrem Büro zu Hause oder auch im Café gleich um die Ecke. Co-Working-Spaces nennen sich diese Arbeitsformen und die Cloud bietet alle Möglichkeiten dazu. Das Büro steht jederzeit und überall auf diesem Globus zur Verfügung, einfach mittels Browser.

Home-Office – mehr als ein Trend

Eine neue Bitkom-Studie kommt zu dem Ergebnis, dass heute bereits mehr als 30 Prozent der Unternehmen auf das Home-Office setzen. Die Tendenz ist weiter steigend und die Cloud-Umgebungen in den Unternehmen stehen immer mehr Focus, wenn es um die Organisation der Arbeitsprozesse geht. Das hat für die Entwicklung ganz unterschiedliche Auswirkungen. So entstehen zum einen für Arbeitnehmer wie für Arbeitgeber neue flexible Möglichkeiten, um miteinander zu kommunizieren. Zum anderen entstehen aber auch Nachteile wie eine ständige Erreichbarkeit, die dazu führt, dass die Work-Life-Balance durcheinanderkommt. Eher ein Nachteil beim Home-Office ist auch die Vertrauensarbeitszeit. Wer mit diesen Modellen arbeitet, läuft Gefahr, sich selbst auszubeuten, da ein Kontrollmechanismus fehlt. Viele Unternehmen haben diese Gefahr erkannt und wieder Arbeitszeitkonten eingeführt.

Wie gefährlich ist der Stress?

Arbeitszeitkonten sind eine gute Idee, denn Gesundheit und Arbeitszeit sind zwei Ressourcen, die nicht unendlich lange zur Verfügung stehen. Schnell ein Problem ist auch die ständige Erreichbarkeit der Mitarbeiter, denn die Mitarbeiter leben irgendwann im permanenten Stress. Dazu kommt, dass in der Projektmatrix und in den Cloud-Diensten hierarchische Strukturen keine Seltenheit mehr sind. Im Zeitalter der Digitalisierung gibt es nur noch kurze Entscheidungswege, da diese einen großen Vorteil im Wettbewerb versprechen.

Die Veränderungen sind drastisch

Ohne die Cloud sind Streaming-Dienste wie Spotify, Maxdome oder Netflix überhaupt nicht möglich. Es sind aber diese Anbieter, die ganze Branchen und Berufe drastisch verändert haben. Wurden 2001 noch 133,7 Millionen CDs produziert, so waren es 2016 nur noch 73,8 Millionen. Noch schlimmer steht es um die Videotheken. 2008 gab es noch 2920, 2016 ist die Zahl um ein Drittel auf nur noch 914 gesunken.

Wie alles, was mit dem digitalen Zeitalter zu tun hat, gibt es Vorteile und Nachteile. Solange jedoch die Vorteile überwiegen, hält niemand diese Entwicklung auf.

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