Hamburg (ots) – “Ob ich ins Dschungelcamp ginge? Selbstverständlich, aber man hat mich noch nicht gefragt!” Ein verblüffendes Geständnis von Otto Waalkes im Rahmen eines HÖRZU-Interviews anlässlich der Veröffentlichung von Waalkes’ Biografie “Kleinhirn an alle” (Heyne Verlag, erscheint am 14.5.). Der Starkomiker: “Wenn ein ehrliches Angebot käme, wie könnte ich das ablehnen? Es wäre mir eine große Ehre, da eingeladen zu werden, denn man darf das Publikum des Dschungelcamps nicht unterschätzen. Mal schauen, ob ich auch ein intellektuelles Publikum amüsieren könnte!”

Warum veröffentlicht der Komiker, der jahrelang über sein Privatleben schwieg, jetzt seine intime Biografie? Der 69-Jährige: “Irgendwann ist man reif, sich mit der eigenen Vergangenheit zu beschäftigen. Und der Untertitel ‘Nach einer wahren Geschichte’ verpflichtet ja dazu, alles rauszulassen. Zumindest alles über die Abgründe, aus denen man wieder herausgeklettert ist. Darüber konnte in diesem Buch zum ersten Mal offen schreiben.”

Nach den konkreten Abgründen gefragt, gesteht Waalkes: “Der Tiefpunkt war die drohende Trennung von meiner Familie, dass wir plötzlich getrennte Wege gehen und uns nicht wiedersehen würden. Meine Vorstellung war, dass ich alles darf und meine Frau so gut wie nichts. Solche Pläne haben viele Männer, und die meisten sind übel schiefgelaufen, weil immer zwei zu einer Ehe gehören und beide gleiche Rechte haben. Heute bin ich über diesen Verlust hinweg. Aber das hat lange gedauert. Wenn man als Musiker, Entertainer oder Bühnenkünstler unterwegs ist, vernachlässigt man seine Familie. Das ist ein großer Fehler, unverzeihlich, denn das trug zu meiner Trennung entscheiden bei. Es war nicht der einzige Grund, aber ein gewichtiger. Diesen Fehler werde ich nicht mehr machen. Wenn ich also eine neue Partnerin hätte, würde ich sie überallhin mitnehmen.”

Außerdem verrät Waalkes, was er über “Bonzen” denkt: “Ich verachte Kapitalisten nicht – ohne sie wäre ich schließlich nie von Elbchausseeanwohnern engagiert worden -, aber ich möchte nur nicht unbedingt dazugehören. Ich erinnere mich noch an einen meiner ersten Privatauftritte, bei dem ich einen reich gedeckten Tisch sah, der fast unter der Last der Speisen zusammenbrach. Der Besitzer trug einen wunderschönen Morgenmantel und eine Sonnenbrille – und er schenkte mir Champagner ein. Da bin ich rechtzeitig abgehauen, als hätte ich geahnt, dass der Mann sich heute als Harvey Weinstein entpuppen könnte.”

Das Interview mit Otto Waalkes erscheint am 18. Mai in HÖRZU.

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