Wiesbaden (ots) – Sie sind die beliebtesten Terrarientiere in Deutschland: die Europäischen Landschildkröten. Jeder dritte Terrarianer teilt sein Leben mit den gepanzerten Vegetariern. Der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe e.V. (ZZF) erklärt zum Start in die warme Jahreszeit, was Halter beim Einrichten eines Freigeheges im Garten beachten sollten:

1. Gehege richtig platzieren

Für den richtigen Standort einer Freilandanlage gilt: Je windgeschützter und sonniger der Platz ist, umso besser ist dies für das Wohlbefinden der wärmebedürftigen Tiere. Dabei ist die Morgensonne für die Aufwärmphase am wichtigsten. “Baut man das Gehege beispielsweise an der Südfassade eines Gebäudes, dient die Strahlungswärme der besonnten Fassade als gute Heizung für die gesamte Anlage”, weiß Detlef Brenner, Bereichsleiter Zoo bei Pflanzen-Kölle. Das ZZF-Mitglied empfiehlt, die Tiere erst dann in eine Freilandanlage zu setzen, wenn die Temperaturen konstant über 15 Grad liegen.

Die Anlage kann nie zu groß sein. Die Anzahl der gehaltenen Tiere und die erreichbare Endgröße der jeweiligen Art oder Unterart sind dabei zu berücksichtigen.

2. Fachmännisch sichern und einrichten

Die Umrandung des Freilandgeheges muss etwa 40 Zentimeter hoch und rund 25 Zentimeter tief im Erdreich verankert sein, damit kletter- und buddelfreudige Tiere nicht ausbrechen können. Als Zaunmaterial eignen sich Betonplatten oder Holzpalisaden. “Drahtgitter oder -geflechtzäune sind ungeeignet, da sich die Tiere beim Entlangwandern am Drahtgitter zwischen den Zehen verletzen”, gibt Brenner zu bedenken. Die Ecken decken Halter am besten mit einem Dreieckbrett ab. Zusätzlich sollte die Anlage oben mit Maschendraht abgesichert sein, damit große beispielsweise Vögel oder Ratten keine leichte Beute haben.

Ein Teil des Bodengrundes sollte aus Walderde oder Rindenhumus bestehen, in die sich die Tiere gut eingraben können. “Kleine Hügel mit Sand- und Kiesflächen erwärmen sich leicht und werden von den Europäischen Landschildkröten gerne für ein Sonnenbad genutzt”, rät Brenner. Wurzeln oder große Steine können auch hineingelegt werden. Zur Bepflanzung eignen sich Futterpflanzen wie Löwenzahn oder Wilderdbeeren. Auch Gewürzkräuter wie Sauerampfer oder Rosmarin werden von den Panzertieren gerne gefressen. Buschige Pflanzen wie Zwergföhren oder Koniferen, mit deren Hilfe schattige Plätze für die Tiere entstehen, dürfen nicht fehlen. Als Eiablageplatz sollten die Halter einen aus Humus bestehenden, in südwestlicher Richtung abfallenden Hügel anlegen. Für den Rückzug bei schlechtem Wetter sollte das Gehege über ein mit Stroh gefülltes, gut belüftetes Häuschen verfügen.

3. Artgerecht füttern

Landschildkröten sind Vegetarier, die sich in der Natur fast ausschließlich von Wildkräutern ernähren. Darauf ist ihr Verdauungssystem eingestellt. Neben Grünfutter wie Löwenzahn oder Klee benötigen die Tiere auch Pellets oder Heu. Früchte hingegen sollten als Leckerbissen maximal einmal pro Woche angeboten werden. Zu empfehlen ist auch Sepiaschale als Kalklieferant und zur Abnutzung der Hornschneiden. Eine Wasserschale oder ein kleines, flaches Badebassin eignen sich als Wasserspender.

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Quellenangaben

Textquelle:Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands e.V. (ZZF), übermittelt durch news aktuell
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