Berlin (ots) – Als Angela Merkel im März ihre erste Regierungserklärung der neuen Amtszeit hielt, war ihr eines besonders wichtig: einen Schlussstrich zu ziehen unter die Diskussionen über ihre Flüchtlingspolitik. Sie signalisierte damals: Ich habe verstanden. Verstanden, dass die Ankunft der Flüchtlinge 2015 der Ausgangspunkt für eine gesellschaftliche Polarisierung war. Doch nun kehrt die Debatte durch einen Skandal in der Bremer Außenstelle des Bundesamtes für Migration (Bamf) massiv zurück. Merkel wollte das unbedingt vermeiden. Bei aller Kritik am Management: Wer jetzt ganz laut Aufklärung schreit, darf nicht aus den Augen verlieren, dass es zahlreichen Kritikern nicht um die Missstände im Amt geht. Sondern, je nach Parteizugehörigkeit, um eine mehr oder minder scharfe Abrechnung mit Merkels Politik der offenen Grenzen.

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