Ravensburg (ots) – Vielleicht sind am Ende die Schüler aus Horgenzell aus dem Landkreis Ravensburg schuld. Vergangene Woche landete das Poster der “Mühlenzeitung” mit den Konterfeis des angeblichen 23-köpfigen WM-Kaders und den Namen der Spieler in Gebärdensprache auf der DFB-Homepage. Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff zürnte ob der PR-Panne, obgleich natürlich auch er wusste, dass die Schüler eben eine Auswahl hatten treffen müssen – weit vor der endgültigen Kadernominierung. Die Schüler aus Oberschwaben, das die einhellige Meinung der Experten, hatten gut geraten und die richtigen Spieler eliminiert. Doch sie hatten – genauso wie rund 80 Millionen deutscher Hobby-Bundestrainer – die Rechnung ohne Joachim Löw gemacht. Leroy Sané muss überraschend heim.

Und da es ab sofort generell wieder “Bundestrainer geht vor Bundeskanzlerin” zu heißen scheint und in den nächsten Wochen jede Handlung Löws mehr Beachtung finden wird als die große Politik, ist der Aufschrei nicht verwunderlich. Was erlauben Löw? Immerhin verzückte Sané in dieser Saison die englischen Fußballfans, wurde mit Manchester City Meister, Nachwuchsspieler der Saison und hat unbestritten ein feines Füßchen – aber für Deutschland scheint es nicht zu reichen. Doch in Wahrheit steckt hinter Löws Handlungen wie immer ein Konzept. Sané ist ein kickender Hallodri, der beim DFB nie wirklich überzeugen konnte. Zwar streicht sich Löw eventuell ein Überraschungsmoment, jemanden, der im Turnier explodieren könnte und schürrlesk oder götzehaft mit einer Aktion überragt. Doch der Bundestrainer bleibt seiner Linie treu. Er liebt es zu überraschen. Schon bei vorangegangenen Turnieren gab es prominentere Härtefälle – frag nach bei Mario Gomez. Zudem: Auch Löw ist amtierender Weltmeister. Und das nicht trotz, sondern wegen seiner Entscheidungen. Und seien wir ehrlich, wir diskutieren um Spieler, die bei der WM ohnehin nur eine Nebenrolle gehabt hätten. Außerdem: Ein entscheidender Pass von Julian Brandt auf Marco Reus im Finale hätte doch ebenfalls Charme.

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