Düsseldorf (ots) – Es ist fast eine körperliche Anstrengung, den Händedruck zwischen dem US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump und dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un zu loben. Ist das nicht der Mann, der Zehntausende Menschen einsperren und verhungern lässt, seine Gegner brutal ermordet und seinem Volk Freiheiten verwehrt wie in kaum einem anderen Land der Welt? Wie kann man zu diesem brutalen Diktator ernsthaft eine “großartige Beziehung” aufbauen, wie es der angebliche Führer der freien Welt, US-Präsident Donald Trump, nun gesagt hat? Und warum schafft es der Staatschef der einflussreichsten Demokratie der Welt nicht, über die engsten Verbündeten, etwa die Europäer, so positiv zu reden?

Ja, dieser Friedensgipfel in Singapur tut weh. Aber es ist ein Friedensgipfel. Millionen Koreaner haben ihn mit Hoffnungen verfolgt. Sie wollen ihre Familien auf der anderen Seite der Grenze wiedersehen, sie wollen frei sein und reisen, und sie wollen vor allem ohne Angst vor dem Nuklearkrieg leben. Und nur, weil es bei Donald Trump wohl eher um seinen eigenen Eintrag in die Geschichtsbücher als um Versöhnung auf der koreanischen Halbinsel geht, macht es das Ansinnen nicht schlechter. Es ist eine historische, eine gute Tat.

Alleine das Treffen zwischen den Staatschefs der Länder, die offiziell noch im Kriegszustand sind, ist ein Fortschritt. Wenn Donald Trump und Kim Jong Un ernst machen und eine koreanische Halbinsel ohne Atomwaffen Realität wird, dürfte dies die Diskussion über die nukleare Abrüstung auch in anderen Ecken der Welt befördern. Vielleicht ist das auch ein Grund für die scharfe Reaktion aus dem Iran auf den Gipfel in Singapur.

US-Präsident Barack Obama hat 2009 den Friedensnobelpreis bekommen, weil seine Ansprache an die Völker der Welt eine des Friedens und des Miteinanders war. Am Ende seiner Amtszeit blieben die Krisenherde im Iran, in Syrien und im Nahen Osten. Die EU hat die Auszeichnung 2012 bekommen, heute ist sie in zentralen Feldern zerstritten und Rechtspopulisten haben Auftrieb mit EU-kritischen Positionen. Der Gründer einer Terror-Organisation, Palästinenser-Präsident Jassir Arafat, bekam 1994 (mit Schimon Peres und Jitzchak Rabin) den Preis in der Hoffnung auf dauerhaften Frieden im Nahen Osten. Später unterstützte er die todbringende Zweite Intifada. Heute ist die Region von Frieden sehr, sehr weit entfernt.

Warum sollten nicht auch Donald Trump und Kim Jong Un den Friedensnobelpreis bekommen? Millionen Koreaner haben die Hoffnung auf ein Ende des jahrzehntelangen Konflikts durch das Treffen dieser beiden Männer wiedererlangt. Ist das nichts?

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