Bonn (ots) – “Wenn die Gegenwart nicht so viel Anlass gibt, stolz zu sein, dann braucht man die Vergangenheit,” so die russische Historikerin Irina Scherbakowa gegenüber der FAZ mit Blick auf die Rückkehr des Nationalen und die Verklärung des Diktators Josef Stalin in Russland. Die russische Menschenrechtlerin sieht darin ein Warnzeichen: Der Staat fühle sich in der Gegenwart unsicher und Organisationen wie “Memorial”, die an die dunklen Zeiten erinnern, würden nur stören. Scherbakowa zählt zu den Gründungsmitgliedern der Menschenrechtsorganisation “Memorial”, einer Nichtregierungsorganisation, die sich um die Aufarbeitung der Verbrechen unter Stalin verdient gemacht hat und 2004 den sogenannten Alternativen Nobelpreis erhielt.

In der Sendung “phoenix persönlich” spricht Michael Krons in Moskau mit der Historikerin und Germanistin Irina Scherbakowa über das politische Klima in Russland unter Präsident Putin, die deutsch-russischen Beziehungen und über ihre russisch-jüdische Familiengeschichte, die sie in ihrem Buch “Die Hände meines Vaters” porträtiert hat. Darin erläutert Scherbakova unter anderem ihre Gründe, Germanistik zu studieren: “Abgesehen von meinem Interesse für die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts entschied ich mich auch deshalb für Germanistik, weil ich hoffte, auf diese Weise eine Nische für mich zu finden, in der ich so wenig wie möglich mit dem Staat zu tun haben würde. Indem ich eines Tages zum Beispiel zu Hause sitzen und übersetzen würde. Viele meiner Bekannten suchten nach solchen Nischen und fanden sie vor allem in literatur- und sprachwissenschaftlichen Studiengängen.”

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