München (ots) – Moderation: Natalie Amiri

Geplante Themen:

Russland: Die Fußballweltmeisterschaft und Kadyrows Spiel Der tschetschenische Präsident posiert mit dem berühmten Stürmer Mohamed Salah. Eine Sternstunde für Präsident Ramsan Kadyrow, der gern den Sport nutzt, um sich als großer Staatsmann darzustellen und seine Macht zu festigen. Nun also beherbergt Kadyrow die ägyptische Fußballnationalmannschaft. Menschenrechtsorganisationen sind entsetzt: Immer wieder verschwinden in der zur russischen Föderation gehörenden autonomen Republik Tschetschenien Menschen. Doch Kadyrow lockt nicht nur Topspieler, sondern auch zunehmend Kapital aus der arabischen Welt. Das Hotel, in dem die ägyptische Mannschaft wohnt, ist mit Geld aus den Vereinigten Arabischen Emiraten finanziert worden. Präsident Putin will sich so den Zugang zum Nahen Osten sichern. “Ramsan Kadyrow hat enge Beziehungen zur arabischen Welt, die in unserer Republik zu spüren sind”, erklärt uns Nourith, der einen Fußballfanclub aufgebaut hat. Er verspricht sich nicht nur bleibende Fußballmomente, sondern auch noch engere Beziehungen zur arabischen Welt. Von den Emiraten bis nach Syrien bringt sich Kadyrow zunehmend als Sondergesandter Putins ein: Tschetschenien – Putins Tür zum Nahen Osten. Autorin: Birgit Virnich, ARD Moskau

Türkei: Wahlentscheidung in Kurdistan So wichtig wie bei dieser Präsidentschaftswahl am 24. Juni waren die Stimmen der Kurden selten. In dem im türkischen Südosten gelegenen Diyarbakir, der heimlichen Hauptstadt der Kurden, geben sich die Präsidentschaftskandidaten in diesen Tagen die Klinke in die Hand. In der Region war bisher die prokurdische, oppositionelle HDP die stärkste Partei. Die zweitgrößte Partei war die AKP. Die HDP hat ihren inhaftierten früheren Parteichef Selahattin Demirtas als Präsidentschaftskandidaten aufgestellt. Sollte Erdogan nicht gleich in der ersten Wahl die 50-Prozent-Hürde nehmen, muss er voraussichtlich gegen Muharrem Ince, den Kandidaten der größten Oppositionspartei CHP, in einer Stichwahl antreten. Doch wem geben dann die HDP-Kurden ihre Stimme? Früher hätte die CHP in der Region keinen Blumentopf gewinnen können. Doch inzwischen gibt es viele Kurden, die dann Ince unterstützen würden. Das könnte Erdogan in der Stichwahl Schwierigkeiten machen. Autor: Oliver Mayer-Rüth, ARD Istanbul

Türkei: EU-Hilfen für ein Regime? “Das nutzt doch nur dem Machtapparat der Regierung Erdogan”, sagt die Journalistin Canan Coskun von der unabhängigen Zeitung Cumhuriyet. Sie ärgert sich über ein EUProjekt, bei dem mit rund 1,7 Millionen Euro Pressebüros in türkischen Gerichten geschaffen wurden. Da arbeiteten jetzt doch nur Getreue von Erdogan – unabhängigen Journalisten nützten diese jedoch nichts. Seit über zehn Jahren finanziert Brüssel mit Milliarden Euro Projekte in der Türkei, um Wirtschaft, Rechtsstaat und Demokratie den europäischen Standards anzupassen – mit dem Ziel eines Beitritts der Türkei zur EU. Doch machen die Projekte unter Ausnahmezustand und autoritärer türkischer Regierung überhaupt Sinn? Nachfragen des Autors bei EUBehörden und türkischen Ministerien wurden auf die lange Bank geschoben oder unvollständig beantwortet. Bei der Begegnung mit Aktivisten und Hilfsorganisationen aus der Zivilgesellschaft und der Menschenrechtsarbeit erfährt der Autor von Hilfsorganisationen, die ihre Fürsorge für misshandelte Minderjährige einstellen müssen, weil sie per Dekret verboten wurden. Andere Aktivisten können ihre Arbeit für die Menschrechte in der Türkei mit EU-Mitteln zwar weiterführen, fordern von der EU aber eine stärkere politische Unterstützung. Beispiele, die zeigen, dass die EUHeranführungshilfen für die Türkei auf den Prüfstand gehören. Autor: Bernd Niebrügge, ARD Istanbul

Spanien: Eine Stadt nimmt ab Übergewicht, Fettleibigkeit, dicke Kinder – wenn es um diese Themen geht, denkt man meist an Länder wie die USA oder Mexiko. Aber auch Spanien hat mit einer zunehmend übergewichtigen Bevölkerung zu kämpfen. Die Rate der besonders übergewichtigen Menschen hat sich dort in den vergangenen 20 Jahren verdoppelt – entsprechend sind auch Folgeerkrankungen wie Bluthochdruck, Herzprobleme oder Diabetes auf dem Vormarsch. Narón, ein ehemaliges Fischerstädtchen in Galizien im Nordwesten Spaniens, stemmt sich gegen den Trend: Knapp 4000 Menschen nehmen dort an einem besonderen Gesundheitsprojekt teil. Den Initiatoren geht es nicht um spaßbefreites Hungern und Quälerei beim Frühsport, sondern um Gemeinschaftssinn und Genussfreude. Und dabei haben sie, ganz nebenbei, auch die Traditionen ihrer Heimat wiederentdeckt. Autorin: Natalia Bachmayer, ARD Madrid

Kolumbien: Vor der Zerreißprobe Präsidentschaftswahlen in Kolumbien. Das gleicht der Wahl zwischen Pest und Cholera: Entweder wird diesen Sonntag ein Mann der extremen Linken gewinnen oder – weit wahrscheinlicher – einer der extremen Rechten. Das Land steht vor einer Zerreißprobe: Der Friedensvertrag mit den Rebellen nach 50 Jahren Bürgerkrieg ist in Gefahr, Zehntausende von Flüchtlingen aus dem Nachbarland Venezuela setzen das Land zusätzlich unter Druck. In der Grenzstadt Cúcuta leben sie nebeneinander, Einwohner, Flüchtlinge und Rückkehrer, Menschen, die vor Jahren aus Kolumbien ins damals reiche Venezuela geflohen waren, jetzt zurückkommen und schon wieder bangen müssen. Etwa Leo, der Sportlehrer, der nach Venezuela floh, weil Rebellen seinen Bruder umbrachten, und der sich dort vom Hilfsarbeiter zum Eisdielenbesitzer hochgearbeitet hatte. Als die Venezolaner kein Geld mehr für Eis hatten, ist Leo zurückgekommen, um jetzt als Bäcker zu arbeiten. “Solange man am Leben ist”, meint er, “gibt es Hoffnung.” Autor: Stefan Maier, SWR

Redaktion: Brigitte Abold

http://www.daserste.de/weltspiegel

Quellenangaben

Textquelle:ARD Das Erste, übermittelt durch news aktuell
Quelle:https://www.presseportal.de/pm/6694/3971274
Newsroom:ARD Das Erste
Pressekontakt:BR-Pressestelle
E-Mail: presse@br.de

Das könnte Sie auch interessieren:

zur Integrationsdebatte Bielefeld (ots) - Es war schon klar, dass die Diskussion um Mesut Özil kein gutes Ende nehmen würde. Weder für den nun ehemaligen Nationalspieler noch für die Verantwortlichen auf Seiten des Deutschen Fußball-Bundes. DFB-Präsident Reinhard Grindel und Team-Manager Oliver Bierhoff steht womöglich noch bevor, was Özil aus eigener Kraft, aber nicht aus einer Position der Stärke vollzogen hat: der unehrenhafte Abgang. Dass darüber nun eine Rassismus-Debatte in Deutschland entbrannt ist, zeigt, wie aufgeladen das gesellschaftspolitische Klima in unserer Republik dieser Tage ist. Offenkundig aber is...
Kein Masterplan Frankfurt (ots) - Selten war ein Papier eines Bundesministers so geheimnisumwoben wie jenes, das den Namen "Masterplan für Migration" trägt. Das klingt nach dem ganz großen Wurf, und das soll es ja auch. Was Innenminister Horst Seehofer aber jetzt vorgelegt hat, verdient diese Bezeichnung nicht. Der Plan ist nicht einmal auf dem aktuellen Stand dessen, was SPD und Union nach dem Riesenkrach in der Union über die Zurückweisung von bestimmten Flüchtlingen an der deutsch-österreichischen Grenze vereinbart haben. Die SPD kann das nur als Provokation verstehen. Doch ein wirklicher Masterplan zum Th...
Monitor-Chef Georg Restle im journalist-Interview. Hamburg (ots) - Der Leiter des ARD-Magazins Monitor, Georg Restle, übt scharfe Kritik an der aktuellen Berichterstattung über Asylthemen sowie am Umgang mit der AfD. "Ich teile die Kritik, dass mit der Übernahme von Begriffen wie 'Flüchtlingsflut' oder der überbordenden Berichterstattung über jeden einzelnen Fall von Ausländerkriminalität, rassistische Kampagnen der AfD verstärkt werden", sagt Restle im Interview mit dem Medienmagazin journalist. Das Grundproblem, das er sieht: "Relevanz entscheidet sich in vielen Redaktionen nicht mehr danach, was viele betrifft, sondern danach, worüber viele...