Mainz (ots) – Gefangen tief unter der Erde, keine Lebenszeichen, keine Aussicht auf Rettung. Und dann, nach banger Ungewissheit, der erste Kontakt: Sie leben noch. Sie brauchen Hilfe. Schließlich die Rettung: eine technische und menschliche Höchstleistung. Vor den Augen der mitfiebernden Weltöffentlichkeit. 70 Tage waren 33 chilenische Bergleute verschüttet, bevor sie gerettet wurden – knapp acht Jahre ist dies nun her. Wie hat sich die Welt doch verändert seither. Vor acht Jahren wäre niemand auf die Idee gekommen, einem solchen Drama das Schicksal der im Mittelmeer ertrunkenen Flüchtlinge gegenüberzustellen. Also das Leid der Opfer gegeneinander aufzurechnen – warum man um die zwölf Jugendlichen in Thailand bange, während der Tod Hunderter Flüchtlinge einen kalt lasse, diese Frage wird nun ernsthaft diskutiert. Es ist ein perfider Vergleich, der zudem außer Acht lässt, dass das besondere Einzelschicksal stets mehr Chancen auf Aufmerksamkeit hat als die namenlose Katastrophe. Ja, es ist eine Tragödie, was sich auf dem Mittelmeer abspielt; und ja, die Europäer machen sich mitschuldig, wenn sie Hilfe verweigern mit dem zynischen Argument, damit würden nur die Schlepper belohnt. Das ändert aber nichts daran, dass wir uns über die Rettung in Thailand aufrichtig freuen dürfen. Weil sie zeigt, wohin Mut und Hilfsbereitschaft führen können. Sie zeigt die Sehnsucht nach einem Happy End, dem Ausweg aus scheinbar hoffnungsloser Lage, und sie zeigt, wie viel Mitgefühl mit Fremden möglich ist. Die Rettung ist ein Wunder, und wer daran Anteil nimmt, muss sich dafür nicht rechtfertigen.

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