Bielefeld (ots) – Zum Beginn 
des Nato-Gipfels poltert US-Präsident Donald Trump gegen das Pipeline-Projekt Nord Stream 2. Deutschland mache sich mit dem Ausbau der Gaslieferungen zum “Gefangenen” Russlands. Harte Worte von einem, dessen Politikstil eine einzige Zuspitzung ist. In der Sache an sich hat Trump allerdings gar nicht mal so unrecht. Zumindest eine gewisse Doppelmoral muss sich Deutschland schon vorwerfen lassen. Das deutsch-russische Verhältnis ist aus gutem Grund belastet. Die vergangenen Monate haben gezeigt, wie sich die Definitionen von Demokratie und Meinungsfreiheit unterscheiden. Wenn es um Wirtschaftssanktionen und sogar Diplomaten-Ausweisungen geht, ist Deutschland schnell am Drücker. Das günstige russische Gas aber soll weiter in großen Mengen deutsche Haushalte versorgen. Deutschland ist sicher kein Gefangener Russlands, mindestens aber ein Profiteur. Das kann man durchaus kritisieren. Kritik sollte aber tatsächlich sachorientiert sein und nicht von eigenen Interessen getrieben. Dann wird es unglaubwürdig. Und Nord Stream 2, das kann sich auch Donald Trump ausrechnen, wird den Absatz von Gas aus den USA in Europa sicher nicht erleichtern.

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