Bielefeld (ots) – NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) hat das einzig Richtige getan: Das Opfer der Polizeipanne um Verzeihung zu bitten, auch wenn sich der Missgriff der Bonner Beamten damit nicht mehr rückgängig machen lässt. Zudem drängt sich die Frage auf: Wenn den Beamten schon eine – vielleicht noch entschuldbare – Verwechslung unterlief, warum schlugen sie dem Mann dann auch noch ins Gesicht, nachdem sie ihn überwältigt hatten? Nun ermittelt die Polizei aus Köln. Hoffentlich tut sie es ohne jegliche Kumpanei. Das eigentliche Problem aber ist ja nicht diese peinliche Polizeipanne, sondern der sich ausbreitende Anitsemitismus in Deutschland. In Bonn war es ein junger Mann palästinensischer Herkunft, der mit seinem Angriff den ganzen Vorfall erst auslöste. Das Opfer war durch seine Kippa als Jude zu idententfizieren. Es handelte sich also abermals um eine ganz gezielte Attacke. Um neun Prozent ist die Zahl der antisemitischen Straftaten in NRW zuletzt gestiegen. Wenn sich Juden in Deutschland nicht mehr sicher fühlen, dann ist das beschämend – nicht nur für die Polizei, sondern für die gesamte Gesellschaft.

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