Osnabrück (ots) – 2400 Verstöße gegen Düngeregeln in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen

Häufung in Bundesländern mit höchster Schweinedichte – Bundesministerium: Mehr Beratung für Bauern nötig

Osnabrück. Die Kontrollbehörden in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen haben im vergangenen Jahr etwa 2400 Verstöße gegen Düngeregeln festgestellt. Das berichtet die “Neue Osnabrücker Zeitung” (Freitag). Fast 1000 der Ordnungswidrigkeitsverfahren in den Bundesländern mit der höchsten Schweinedichte Deutschlands standen dabei im Zusammenhang mit der Düngeverordnung. Die war im vergangenen Jahr nach anhaltenden Problemen im Umgang mit Gülle, Gärresten und Mist verschärft worden. Seit 2014 hat sich die Zahl der festgestellten Verstöße gegen die Verordnung in beiden Bundesländern fast verdoppelt. Neben Dokumentations- und Deklarationsfehlern fallen darunter auch umweltrelevante Verstöße.

Die Behörden begründeten die Zunahme der eingeleiteten Verfahren mit intensiveren Kontrollen. Aufgrund neuer Kontrollmöglichkeiten im Zuge der Düngereform dürfte die Zahl auch weiter steigen, hieß es. Bauernverbands-Generalsekretär Bernhard Krüsken teilte diese Einschätzung laut “NOZ”. Er sagte: “Eine neue Verordnung bringt immer auch Anlaufschwierigkeiten für Landwirte und Behörden mit sich.” Es werde aber eine steile Lernkurve geben.

Der Europäische Gerichtshof hatte die Bundesrepublik kürzlich verurteilt, weil in der Vergangenheit zu wenig für den Schutz des Grundwassers vor Nitrat unternommen wurde. Auch der Ammoniak-Ausstoß in Deutschland ist deutlich zu hoch. Beide Stoffe stammen größtenteils aus der Landwirtschaft und gelangen beispielsweise beim Düngen in die Umwelt. Der Naturschutzbund NABU kritisierte, die neue Düngeverordnung werde die Probleme nicht lösen. Es dürfe nach wie vor zu viel Gülle ausgebracht werden.

Das Bundesumweltministerium sieht in der reformierten Verordnung nur einen Baustein. Die Zahl der Verstöße zeige, dass es nicht allein reiche, neue Regeln zu erlassen, sagte eine Sprecherin der “NOZ”. “Wir brauchen eine begleitende Beratung der Landwirtinnen und Landwirte, die auf die Erfüllung von Umweltanforderungen ausgerichtet ist und eine EU-Agrarförderung, die eine umweltfreundliche Landwirtschaft belohnt.”

Quellenangaben

Textquelle:Neue Osnabrücker Zeitung, übermittelt durch news aktuell
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