Mainz (ots) – Neunzehn Zeilen war unserer Zeitung die Nachricht in der vergangenen Dienstagsausgabe wert: Der Friedensschluss zwischen Äthiopien und Eritrea. Wir waren nicht die Einzigen, die diese fast schon sensationelle Entwicklung am Horn von Afrika im besten Falle achselzuckend, im schlechteren Falle gar nicht zur Kenntnis genommen haben. Das Absurde daran: Wir sprechen fast nur noch über Flüchtlings- bzw. Abschottungspolitik und nehmen nicht wahr, wenn sich tatsächlich einmal die Möglichkeit auftut, der Sprechblase von der Bekämpfung der Fluchtursachen Taten folgen zu lassen. Die erste Tat ist Aufmerksamkeit. Äthiopien und Eritrea sind eine der Hauptquellen der afrikanischen Völkerwanderung. 20 Jahre lang herrschte zwischen beiden Ländern Kriegszustand. Zwischen Eritrea, das als Nordkorea Afrikas gilt, und dem verfeindeten Bruder Äthiopien, das eine der höchsten Wachstumsraten der Welt vorzuweisen hat und doch immer noch seine Bevölkerung nur mäßig ernähren kann. Der junge Ministerpräsident Abiy Ahmed aber wünscht sich keine Getreidelieferungen: Er lädt die Welt ein, in Äthiopien zu investieren. Beim Bau von Straßen, Eisenbahnen und Frachtterminals. Beim Staudammprojekt, das Ostafrika mit Strom versorgen soll. Bei der Errichtung von Produktionsstätten. China und die Türkei sind längst da. Wann kapiert Deutschland, wann kapiert Europa, wann kapiert die westliche Industrie, dass gute – durch Bürgschaften abgesicherte – Geschäfte in Afrika mehr helfen als Almosen?

Quellenangaben

Textquelle:Allgemeine Zeitung Mainz, übermittelt durch news aktuell
Quelle:https://www.presseportal.de/pm/65597/4000721
Newsroom:Allgemeine Zeitung Mainz
Pressekontakt:Allgemeine Zeitung Mainz
Werner Wenzel
Leiter Newspool
06131-485980
online@vrm.de

Das könnte Sie auch interessieren:

DJV-Chef Frank Überall über Özil und Gündogan: Auftritt mit Erdogan … Heilbronn (ots) - Frank Überall, Vorsitzender des Deutschen Journalistenverbandes (DJV), äußert scharfe Kritik an den deutschen Nationalspielern Mesut Özil und Ilkay Gündogan, die sich in London mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan getroffen haben. Überall sagte der "Heilbronner Stimme" (Dienstag): "Ich finde diesen Auftritt geschmacklos - ein peinliches Eigentor. Diese Fußball-WM wird langsam zum Wettlauf der Peinlichkeiten: Die Russen hindern Hajo Seppelt an der Arbeit, und deutsche Fußballer nutzen ihre Prominenz, um einem Feind der Pressefreiheit Wahlkampfhilfe zu leisten. S...
SPD darf nicht den Schwarzen Peter nehmen – Kommentar zum Asylstreit Ravensburg (ots) - Eigentlich haben sie alles richtig gemacht. Die SPD hat sich in den vergangenen drei Wochen nicht in das Schlachtgetümmel der Union geworfen, sie hat sich nur verklausuliert an die Seite der Kanzlerin gestellt, hat ihre europäische Linie betont und war ansonsten sozusagen unbeteiligt. Der Partei, die mindestens so angeschlagen ist wie die CDU, hat diese Ruhe gutgetan. Jetzt aber muss die SPD Stellung beziehen - und eines ist den Handelnden klar: Wenn nun am Ende auch noch die SPD in den offenen Streit um Asyl geht, bleibt der Unmut der letzten drei Wochen zum Schluss noch an...
Kölnische Rundschau: Kommentar zu Israel Köln (ots) - Fakten geschaffen Sandro Schmidt zum 70. Jahrestag der Staatsgründung Israels¶Israel feiert. Am 14. Mai 1948 endete das nach dem Ersten Weltkrieg übernommene britische Mandat über Palästina, am gleichen Tag proklamierte David Ben Gurion den Staat Israel. 70 Jahre ist dies her. Die Staatsgründung begann mit einem den vor Nazi-Deutschland geflohenen Juden von ihren arabischen Nachbarn aufgezwungenen Krieg. Und bis heute ist der Frieden im Heiligen Land nicht eingekehrt. Die Ursachen sind vielfältig. Sie liegen in schwierigen Sachfragen begründet, weil weiterhin zwei Völker um d...