München (ots) – Prof. Dr. med. Dr. h. c. Walter Zieglgänsberger erhält das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland für seinen bahnbrechenden Einsatz in der Schmerzforschung. Staatsministerin Melanie Huml übergab den vom Bundespräsidenten verliehenen Orden bei einer Feierstunde am 17. Juli auf Schloss Dachau.

Zieglgänsberger ist einer der Begründer der modernen Schmerzforschung in Deutschland mit internationaler Reputation. Seine wegweisenden Erkenntnisse erlangte er sowohl in der Grundlagenforschung als auch was die klinische Anwendung in der Schmerztherapie angeht. Zu seinen Hauptarbeitsgebieten zählen molekularbiologische, elektrophysiologische und pharmakologische Aspekte neurohumoraler Übertragungsmechanismen im Zentralnervensystem. Besondere Aufmerksamkeit widmete Zieglgänsberger neurobiologischen Grundlagen der Schmerzwahrnehmung sowie der Neuropharmakologie der Schmerztherapie. Chronischer Schmerz ist kein Symptom einer Krankheit, sondern eine komplexe Erkrankung. An dieser Erkenntnis war er maßgeblich beteiligt. Die angstbesetzte Erinnerung an den Schmerz bleibt auch dann bestehen, wenn keine schmerzhaften Signale mehr wirken. Die Lernfähigkeit und enorme Plastizität des menschlichen Gehirns macht es möglich, neue Erfahrungen zu verankern, wodurch alte Erinnerungen allmählich verblassen (“Re-Learning”). Durch eine Therapie, die den Schmerz unter Kontrolle hält, kann man chronischen Schmerzpatienten die Angst vor der nächsten Attacke nehmen.

Mit seinen weltweit erstmals durchgeführten Untersuchungen über Glutamat hat Zieglgänsberger Grundlagen für das heutige Verständnis von neuronaler Plastizität und Chronifizierungsmechanismen gelegt. Seine Forschungsergebnisse sind zur Basis von Prophylaxe und Therapie chronifizierter Schmerzen geworden.

Der Münchner Grundlagenforscher kann auf über 300 wissenschaftliche Publikationen verweisen und ist Mitglied in zahlreichen internationalen Fachgesellschaften und Herausgeber-Gremien; bis heute ist er ein gefragter Berater und Gutachter. Trotz Emeritierung 2005 betreut Zieglgänsberger weiterhin Doktoranden und hält Vorlesungen. Der leidenschaftliche Arzt, der jahrelang auch beim Rettungsdienst aktiv war, berät Patienten und vermittelt sie an Spezialisten. In zahlreichen Interviews bewies er immer wieder seine Fähigkeit, eine allgemein verständliche Sprache zu finden.

Quellenangaben

Textquelle:Max-Planck-Institut für Psychiatrie, übermittelt durch news aktuell
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