Berlin (ots) – Im Skandal um in Griechenland gestohlene Krebsmedikamente, die von der Firma Lunapharm in Brandenburg vertrieben wurden, sind Patienten in weiten Teilen Deutschlands betroffen. Dies geht aus einer so genannten Rückruf-Liste des Gesundheitsministeriums Brandenburg hervor, die dem rbb vorliegt. Pharmahändler und Apotheken in Nordrhein-Westfalen, Bayern, Hamburg, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Berlin, Niedersachsen, Sachsen und Sachsen-Anhalt sind von Lunapharm in den Jahren 2015 bis 2017 mit den betroffenen Medikamenten beliefert worden.

Nach Erkenntnissen der ARD-Politikmagazins “Kontraste” hatte Lunapharm aber bereits seit 2013 mit den Krebsmedikamenten aus Griechenland gehandelt. Betroffen sind 10 verschiedene Arzneien – griechische Behörden gehen von bis zu 14.000 Packungen aus. Lieferungen aus den Jahren 2013 bis 2015 sind in der Liste nicht enthalten. Die griechischen und inzwischen auch die brandenburgischen Gesundheitsbehörden befürchten, dass die Medikamente unwirksam sein könnten, weil die Kühl- und Lagervorschriften nicht eingehalten worden sind. Die griechische Polizei sagte hierzu Anfang Mai 2018, aufgrund der Lagerung und des Transports gehe man davon aus, dass diese Medikamente “eine Gefahr für die öffentliche Gesundheit” darstellen.

Die Medikamente wurden nach Recherchen des ARD-Politikmagazins “Kontraste” in Griechenland aus Krankenhäusern gestohlen. Anschließend wurden sie nach Aussagen griechischer Behörden unter anderem auf einem Fischmarkt und in Privatwohnungen zwischengelagert, bevor sie in Koffern per Flugzeug nach Deutschland gebracht wurden, wo sie dann von Lunapharm vertrieben wurden.

Erst diese Woche riefen die zuständigen Behörden in Brandenburg die betroffenen Medikamente, von denen viele offenbar bereits verbraucht wurden, zurück. Zuvor hatte es seitens der Brandenburger Behörden auch keine Information der Öffentlichkeit gegeben, obwohl schon Ende 2016 erste Hinweise auf Unregelmäßigkeiten vorlagen.

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