Bielefeld (ots) – Die Nerven bei vielen Menschen in OWL liegen blank. Lärm und nächtliche Beleuchtung großer Windkraftanlagen stören ihren Schlaf. Um ihrem Ärger Luft zu machen, haben sie sich in zahlreichen Bürgerinitiativen organisiert. Sie wollen die oft Hunderte Meter hohen Anlagen nicht vor ihrer Haustür. Der CDU-Fraktionsvize Carsten Linnemann will die Interessen dieser Menschen – nämlich Bürger seines Wahlkreises – ernst nehmen und Gesetze ändern. Dass sich ein Bundestagsabgeordneter für die Wünsche seiner Wähler stark macht, ist immer richtig und demokratisch. Doch gehen die Konsequenzen in diesem Fall weit über die Grenzen Ostwestfalen-Lippes hinaus – und sind viel schwerwiegender als ein Einschnitt ins Landschaftsbild. Wenn die Gesetze so geändert werden, wie Linnemann es will, reduzieren sich die Flächen, auf denen künftig noch Windparks gebaut werden können, auf ein Minimum. Dabei ist die Windenergie der wichtigste Faktor der erneuerbaren Energieformen. Die unter einem Kraftakt vereinbarten Pariser Klimaziele sind für Deutschland ohne den Ausbau von Windparks kaum erreichbar. Linnemann fordert – aber bleibt jede Antwort schuldig, woher die fehlende grüne Energie kommen kann. Er will Wählergeschenke auf Kosten des Klimaschutzes verteilen. Das ist nicht nur egoistisch, sondern setzt hart erkämpfte Ziele großen Gefahren aus. Gerade jetzt, wo Hitze und Dürre ins Bewusstsein rücken, welche Konsequenzen der Klimawandel hat, sind die Äußerungen des prominenten CDU-Politikers umso fahrlässiger.

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