Berlin/Saarbrücken (ots) – Die Verbraucherschutzexpertin der Grünen, Renate Künast, rechnet angesichts der ersten Länder-Schätzungen über das Ausmaß der Dürreschäden mit deutlich mehr Hilfszahlungen für die Bauern als im Jahr 2003.

“Ich gehe davon aus, dass die Hilfszahlungen sicher spürbar höher ausfallen werden. Denn die aktuelle Trockenheitsperiode dauert schon jetzt viel länger als damals”, sagte Künast der “Saarbrücker Zeitung” (Montag-Ausgabe).

Vor 15 Jahren hatten Bund und Länder insgesamt 72 Millionen Euro bereitgestellt. Künast war damals Bundeslandwirtschaftsministerin.

Die Forderung des Deutschen Bauernverbandes nach Entschädigungsleistungen im Umfang von einer Milliarde Euro wies Künast allerdings kategorisch zurück. “Es wird definitiv keine Hilfen in einer solch exorbitanten Höhe geben”. Der Bauernverband müsse endlich verbal abrüsten. “Er fordert großspurig Hilfe und Unterstützung ein. Er muss aber auch sagen, was geben wir dafür zurück. Doch da ist Schweigen im Walde”, kritisierte die Grünen-Politikerin.

“Das Grundproblem besteht darin, dass wir es immer noch mit einer falschen Agrarpolitik zu tun haben”. Die Landwirte seien lange Zeit auch durch den Deutschen Bauernverband in der Überzeugung bestärkt worden, dass man sich auf den Export und die Massenproduktion konzentrieren müsse. “Sobald aber das Klima und die Futtermittepreise dabei nicht mitziehen, sind die Bauern die Dummen”, meinte Künast.

Quellenangaben

Textquelle:Saarbrücker Zeitung, übermittelt durch news aktuell
Quelle:https://www.presseportal.de/pm/57706/4032595
Newsroom:Saarbrücker Zeitung
Pressekontakt:Saarbrücker Zeitung
Büro Berlin

Telefon: 030/226 20 230

Das könnte Sie auch interessieren:

Asyl und Europa Halle (ots) - Ohne Zweifel ist die Migrationspolitik auch jenseits des Streits zwischen den deutschen Schwesterparteien eine der wichtigsten Baustellen Europas. Wenn hier neue Dynamik entsteht, ist das an sich zu begrüßen. Nur sind schnelle Lösungen, wie Merkel sie jetzt braucht, nicht in Sicht. Merkel will jetzt Abkommen mit einigen wenigen EU-Staaten, die sicherstellen sollen, dass weniger Flüchtlinge nach Deutschland einreisen. Die Kanzlerin ist den Partnern ausgeliefert. Ihr Schicksal liegt auch in den Händen von Figuren wie dem rechtsradikalen italienischen Innenminister Matteo Salvini...
Oettinger: “Wir haben Trump gezeigt, dass die EU nicht schwach und wehrlos ist” Düsseldorf (ots) - EU-Kommissar Günther Oettinger hat die harte und geschlossene Haltung der Europäischen Union im Handelsstreit mit den USA als Grund für jetzige Deeskalation von Präsident Donald Trump gewertet. "Wir haben uns trotz unterschiedlicher Interessen nicht spalten lassen", sagte Oettinger der Düsseldorfer "Rheinischen Post". "Wir haben mit neuen Zöllen auf die US-Strafzölle auf Aluminium und Stahl reagiert und damit gezeigt, dass wir nicht schwach und wehrlos sind". Die Gegenmaßnahmen der EU und Chinas hätten der Industrie und der Landwirtschaft in den USA bereits nachhaltigen Sch...
Bundesregierung verfehlt eigene Ziele bei sachgrundlosen Befristungen Düsseldorf (ots) - Die große Koalition kann ihre Zielsetzung bei der Begrenzung von sachgrundlosen Befristungen selbst bei Weitem nicht erfüllen: Nur in zwei der 16 Bundesministerien liegt der Anteil der Tarifbeschäftigten mit sachgrundlosen Befristungen unter der von der großen Koalition in ihrer Koalitionsvereinbarung festgelegten Zielmarke von 2,5 Prozent aller Tarifbeschäftigten. Das geht aus der Antwort der Regierung auf eine schriftliche Frage des FDP-Abgeordneten Otto Fricke hervor, die der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Montag) vorliegt. Demnach kommen nur das Verteidigungs- und das ...