Berlin (ots) – Laut einer Redakteurin des re:volt Magazins, für das der am Dienstagmorgen in Ankara gemeinsam mit anderen verhaftete 29-jährige Student Max Zirngast schrieb, wurde in dem Durchsuchungsbefehl der Anti-Terror-Polizei unter anderem die Mitarbeit Zirngasts in einem sozialen Zentrum in Ankara angeführt, das alternative und kritische Sommerschulen für Kinder ärmerer Haushalte organisiert. Dies sagte Joan Adalar gegenüber der in Berlin erscheinenden überregionalen Tageszeitung “neues deutschland” (Donnerstagsausgabe).

Demnach habe der österreichische Staatsbürger bereits seit 2015 in der Türkei gelebt, er spreche fließend Türkisch und habe an der Technischen Universität des Nahen Ostens in der türkischen Hauptstadt studiert. Die Redaktion des Magazin fordere “nichts von der türkischen Regierung oder der türkischen Justiz, weil wir wissen, dass sie am liebsten jede Opposition mundtot machen würden”, so Adalar. “Wir fordern auch nichts von europäischen Regierungen, weil wir sehr gut wissen, dass sie, wenn es zu ihren geostrategischen und außenpolitischen Zielen passt, reaktionäre und faschistoide Regime wie die von Erdogan durchaus unterstützen.” Man glaube allerdings, dass öffentlicher Druck in der Lage sei, die Freiheit von Zirngast zu erreichen. Dementsprechend hoffe man auf eine “tatkräftige Solidaritätskampagne”.

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