Hagen (ots) – Oile statt Eule, Afl statt Apfel oder Färt statt Pferd. Nur drei von zahllosen Beispielen, die Eltern von Grundschulkindern seit Jahren an der Methode “Lesen durch Schreiben” – im Volksmund auch “Schreiben nach Gehör” – verzweifeln lassen. Wer in den ersten Schuljahren seines Kindes darunter gelitten hat, dass aus dem Vater ein Fata wurde und das Kind lip statt lieb schrieb, der braucht keine Studie eines Psychologenteams, um zu wissen, dass diese Methode zumindest in Reinform nicht taugt. Zumal das Ziel der Methode, die Kinder zum Schreiben zu ermuntern und durch strenge Korrekturen nicht zu demotivieren, keineswegs aufgeht: Jedenfalls lässt sich an der Eltern-Basis nicht feststellen, dass Kinder, die Zan statt Zahn schreiben durften, längere und bessere Aufsätze schrieben als andere, die von ihren Lehrern oder Eltern verbessert wurden. Im Gegenteil. Längst sind daher viele Grundschullehrer dazu übergegangen, zugunsten der Kinder auf einen verantwortungsvollen Methodenmix zu setzen. Die Studie gibt ihnen ebenso recht, wie der NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP), die bereits zu Beginn des Jahres angekündigt hatte, “Lesen durch Schreiben” auf den Prüfstand zu stellen. Doch den Stein der Weisen wird man mit der Rückkehr zur Fibelmethode auch nicht gefunden haben. Denn Lesen und auch Schreiben lernt man vor allem durch: Lesen – und auch Schreiben. Eltern müssen sich die Zeit nehmen, ihren Kindern vorzulesen. Sie müssen sich die Zeit nehmen, mit ihren Kindern in Bibliotheken zu gehen und mit ihnen gemeinsam die richtigen Bücher auszuwählen, die sie fesseln. Wenn Kinder Demos organisieren, damit Erwachsene ihr Smartphone weglegen, sagt das alles.

Quellenangaben

Textquelle:Westfalenpost, übermittelt durch news aktuell
Quelle:https://www.presseportal.de/pm/58966/4062703
Newsroom:Westfalenpost
Pressekontakt:Westfalenpost
Redaktion

Telefon: 02331/9174160

Das könnte Sie auch interessieren:

“Dürfen wir Ihnen jemanden vorstellen, der anders denkt als Sie?” ARD-aktuell … Hamburg (ots) - ARD-aktuell macht mit bei "Deutschland spricht". Bei der Aktion deutscher Medienhäuser treffen sich Menschen mit möglichst unterschiedlichen politischen Ansichten zum Austausch - im direkten persönlichen Kontakt, am 23. September, überall in Deutschland. "Wir wollen die Menschen in den Dialog miteinander bringen", so Kai Gniffke, Erster Chefredakteur von ARD-aktuell. "Mit tagesschau.de und unseren Nachrichten- und Magazin-Sendungen haben wir die Aufgabe, Menschen in die Lage zu versetzen, sich zu informieren und eine politische Meinung zu bilden. Die Initiative "Deutschland spr...
Offenheit bewahren Düsseldorf (ots) - Dass der Hunger chinesischer Staats-Investoren nach deutscher Technologie groß ist, beweisen die Zahlen: Im vergangenen Jahr kauften Chinesen 100 Prozent mehr Beteiligungen in Deutschland als ein Jahr zuvor. Die Bundesregierung ist zu Recht alarmiert, denn nicht selten geht es hier nicht um ein rein unternehmerisches Interesse, sondern um das Interesse des chinesischen Staatskapitalismus, westliche Zukunftstechnologien nach China zu holen und Konkurrenten auszuschalten. Wirtschaftsminister Altmaier tut gut daran, die Außenwirtschaftsverordnung zu verschärfen, um mehr Firmenü...
Kommentar zu den Folgen des Rücktritts von Mesut Özil und dessen Vorwürfe … Berlin (ots) - Sportlich hat der Rücktritt von Mesut Özil aus dem deutschen Nationalteam keine bedeutenden Folgen. Darüber hinaus schon: für den Deutschen Fußball-Bund, dessen Funktionären er Diskriminierung und Rassismus vorwirft. Und für die gesellschaftlichen Debatten um Zuwanderung und Obergrenzen. Denn Özil wurde zu einem Symbol gelungener Integration gemacht. Was Özil wirklich will, hat er schon 2012 gesagt: »als Fußballer gemessen werden«. Und den Stolz auf seine türkische Herkunft hat er nie geleugnet. Trotzdem wurde er missbraucht. Als er 2010 bei der Bambiverleihung den Integrationsp...