Wie die Apple Watch zum Lebensretter wird

Wie die Apple Watch zum Lebensretter wird

Wer in den USA eine Apple Watch besitzt, muss keine Angst mehr um sein Herz haben. Die Uhr meldet dem Träger, wenn das Herz Auffälligkeiten hat. In Deutschland ist diese Funktion jetzt auch verfügbar, aber Apple warnt die Käufer der Uhr vor seiner eigenen Technologie. Die Apple Watch weist ihre Träger zwar auf Herzrhythmusstörungen hin, aber ganz so sicher, wie das Verfahren auf den ersten Blick vielleicht klingen mag, ist es leider nicht. Einen Arzt kann die Uhr nicht ersetzen.

Auch in Europa auf dem Markt

Apple hat sich noch nie gescheut, etwas Ungewöhnliches zu unternehmen, um seine Geräte an den Mann oder die Frau zu bringen. In den USA ist die Apple Watch mit dem Herzalarm ein großer Verkaufsschlager. Auf YouTube erzählen die begeisterten Uhrenträger, wie ihnen die Apple Watch das Leben gerettet hat. Diese Funktion wollte das Unternehmen auch in Europa anbieten, aber es gab einen langen Kampf, bis Apple die Zulassung bekam. Die Uhren haben jetzt das CE-Zeichen und sind in 19 europäischen Ländern auf dem Markt. Auch Deutschland gehört dazu und die Voraussetzung für die Genehmigung ist eine neue Software. „WatchOS 5.1.2“ heißt diese Software, die Apple nun zur Verfügung gestellt hat. Was macht die neue Apple Watch so besonders und warum kann sie das Leben retten?

Umfangreiche Studien

Unter den neuen Funktionen der Apple Watch ist der Sensor, der für den Herzschlag zuständig ist, die wohl wichtigste Funktion. Der optische Sensor befindet sich auf der Rückseite der Uhr und mit seiner Hilfe entstehen sogenannte Tachogramme. Ein Tachogramm zeigt die zeitliche Abfolge der Herzschläge eines Menschen. Der Sensor sendet nun ein grünes und ein Infrarotlicht aus, um die Menge der Blutkörperchen am Handgelenk zu messen. Diese Menge schwankt zwischen den einzelnen Herzschlägen und genau diesen Verlauf misst der Sensor und errechnet so die Herzfrequenz. Apple hat bei dieser Funktion nichts dem Zufall überlassen und gleich mehrere Studien in Auftrag gegeben. Die Größte dieser Studien ließ der Konzern mit 400.000 Probanden an der renommierten Stanford Universität durchführen.

Die Uhr misst genau

Bei körperlicher Betätigung wird der Puls schnell unregelmäßig, daher misst die Apple Watch für die Erstellung der Tachogramme nur in den ruhigen Phasen. Sollte es zu einer Unregelmäßigkeit in fünf von sechs nacheinander folgenden Messungen kommen, bekommt der Träger der Armbanduhr eine Nachricht auf seinem iPhone. Der Arzt kann anschließend zusammen mit dem Patienten auf der sogenannten Health App, die der Patient auf dem Smartphone haben muss, die genauen Ergebnisse der Messung ablesen. Die Gefahr von Fehlalarmen ist laut Apple sehr gering. Die Uhr zeigt einen unregelmäßigen Herzschlag an, der ein Signal für Herzflimmern sein kann. Gibt es jedoch einen Alarm, ist das kein Grund für eine Panik.

Apple möchte die Besitzer der Uhren nicht in falscher Sicherheit wiegen. Deshalb muss derjenige, der sich eine Apple Watch kauft, die Herzmessfunktion auch selbst aktivieren. Wird die Uhr ausgeliefert, ist die Messfunktion noch nicht aktiv. Bevor die Funktion ihre Arbeit aufnehmen kann, folgen sehr lange Erklärungen und eine Menge Warnungen aus dem Hause Apple. Wer sich nicht für die Funktion interessiert, kann sich die Erklärungen und Warnungen jedoch sparen.

Bild: @ depositphotos.com / ifeelstock

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen.
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