Neue Kündigungsfristen – kommt jetzt der Handyvertrag für nur ein Jahr?

Neue Kündigungsfristen - kommt jetzt der Handyvertrag für nur ein Jahr?

Wer keine Prepaid-Option möchte, hatte bislang keine andere Wahl, als sich für die Dauer von zwei Jahren an einen Handyvertrag zu binden. Justizministerin Lambrecht möchte jetzt neue Kündigungsfristen und eine solch lange Laufzeit eines Vertrags verhindern. Das ist jedoch noch nicht alles, denn die neue Justizministerin hat noch weitere Pläne, die auch Besitzer von Smartphones interessieren dürften. So soll es in Zukunft möglich sein, teure Kostenfallen zu vermeiden, unter anderem bei einem Abo für das Fitnessstudio oder die Zeitung.

Die Verbraucher besser schützen

Justizministerin Lambrecht hat es sich auf die Fahne geschrieben, die deutschen Verbraucher besser als bisher zu schützen. Verträge, die Senioren am Telefon aufgeschwatzt werden oder Verträge mit einer überlangen Laufzeit oder Kündigungsfrist soll es nach dem Willen der Ministerin nicht mehr geben. Die Verbraucher bekommen somit einen besseren Schutz vor Abzockern aller Art. Verträge für Handys, Zeitungsabos oder Fitnessstudios sollen nur noch maximal ein Jahr laufen, des Weiteren sind neue Kündigungsfristen geplant. Die Ministerin von der SPD will jetzt „so schnell wie möglich“ aufräumen und neue Ärgernisse für die Verbraucher vermeiden. Sie möchte den Menschen den Rücken stärken, sagt Lambrecht, sie sollen nicht länger mit überlangen und meist auch unfairen Laufzeiten geknebelt werden.

Die Marktchancen verbessern

Wenn der Vertrag für ein Handy zwei Jahre lang läuft und anschließend automatisch verlängert wird, weil der Besitzer vergessen hat, rechtzeitig zu kündigen, verschlechtern sich seine Marktchancen. Diese Ansicht vertritt die Ministerin und spricht damit vielen Verbrauchern aus dem Herzen. Die meisten wünschen sich kürzen Laufzeiten von Handyverträgen sowie neue Kündigungsfristen. Wenn es nach den Plänen von Christine Lambrecht geht, soll sich die Laufzeit in Zukunft nicht mehr automatisch um ein Jahr, sondern nur noch um drei Monate verlängern. So haben die Verbraucher mehr Möglichkeiten, sich nach einem günstigeren Angebot umzuschauen. Frau Lambrecht geht es jedoch nicht nur um neue Kündigungsfristen, sondern auch um einen besseren Schutz für Verträge, die windige Geschäftsleute am Telefon verkaufen.

Unseriöse Praktiken

Immer wieder kommt es zu unseriösen Verkaufspraktiken am Telefon, denen die Ministerin ebenfalls einen Riegel vorschieben möchte. Nicht selten merken die Verbraucher erst nach dem Kündigungsschreiben ihres alten Anbieters im Briefkasten, dass sie einen neuen und teuren Strom- oder Gasvertrag abgeschlossen haben. In Zukunft sind diese telefonischen Verträge nicht mehr so leicht zu verkaufen. Eine schriftliche Bestätigung soll verpflichtend sein. Der Verbraucher muss also den Vertrag erst bestätigen, bevor er gültig ist. Das Gleiche gilt ansonsten auch bei Handyverträgen. Die Verträge billiger machen kann oder will die Ministerin nicht. Neue Kündigungsfristen und kürzere Laufzeiten sollen jedoch die Möglichkeit geben, schneller zu einem günstigeren Angebot zu wechseln.

Fazit

Dass sich die Mobilfunkanbieter gegen die Pläne der Justizministerin wehren, ist zu erwarten. Schon jetzt meldete sich Telefónica/02 zu Wort und lehnte die Pläne ab. Die Mehrheit der Kunden schätzt die Laufzeit von 24 Monaten, so das Unternehmen, da sie auf diese Weise die Chance haben, günstige Kombi-Angebote zu kalkulieren. Die geplante rechtliche Einschränkung schränkt die Freiheit der Kunden ein, so Telefónica und das kann nicht das Interesse des Ministeriums sein.

Bild: @ depositphotos.com / perig76

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen.
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