Gibt es neben Google Platz für Suchmaschinen?

Die Marktanteile von Google sind weltweit, bis auf wenige Ausnahmen, nahe der 90%-Marke. Es wird „gegoogelt“ und Suchmaschinen mit Namen wie „Wolfram Alpha“ bleiben einer Minderheit feingeistiger Digitalexperten vorbehalten. Macht es angesichts dieser Situation überhaupt Sinn, wenn eine neue Suchmaschine antritt?

Studentinnen und Studenten des renommierten „Massachusetts Institute of Technology“ und der „Technischen Universität Berlin haben eine Suche aufgebaut, die sicher nicht gegen Google antreten will. Ihre beta-Version www.dna-signal.com unterscheidet sich in einigen interessanten Punkten von der übermächtigen Konkurrenz:

  • Es werden keine Suchverläufe der Nutzer gespeichert: dadurch wird verhindert, dass passende Themen nicht angezeigt werden, nur weil ähnliche Treffer bei einer Suche zuvor nicht geklickt wurden
  • Die 260,000 Nachrichtenportale und Seiten sind von einer künstlichen Intelligenz danach ausgesucht werden, ob sie wirklich Reichweite und Einfluss haben. Von „Experten für Suchmaschinenoptimierung“ lassen sich die Trefferlisten nicht manipulieren
  • Die Suche ist komplett werbefrei, zur Zeit auch noch ganz kostenlos. Wer sich anmeldet muss keine Datenspeicherung und keine Werbemails befürchten.

Noch hat dna-signal typische Beta-Versions-Erscheinungen, kann aber vor allem für Fachleute, Forscher, Manager, Analysten, Journalisten und Studenten schon jetzt eine interessante und entspannte Alternative oder Ergänzung zum „googlen“ sein. Das zumindest aktuell eine ebenfalls auf künstliche Intelligenz beruhende Echtzeit-Übersetzung von Artikeln kostenlos möglich ist – genutzt wird dafür eine ebenfalls deutsche KI-Entwicklung, der Übersetzer deepl – macht das Ausprobieren naheliegend.

Wolfgang Zehrt, Berlin