Roboter-Journalismus: Content-Marketing, Produktbeschreibungen und Wetter

Texten aus Daten, Texte aus CSV- oder Excel-Tabellen, Texte aus vorhandenen Textfragmenten und sehr bald auch ein neuer Text aus einen oder mehreren vorliegenden Texten – das lässt sich wunderbar plakativ als „Roboterjournalismus“ zusammenfassen.

Richtig ist: ohne das altmodische Journalistenhandwerk zu beherrschen bekommen Sie nicht einmal vernünftige Produktbeschreibungen hin und ohne wirkliches Verständnis an Datenanalyse und den wichtigsten Programmiersprachen geht es auch nicht.

 

Muss man Werkzeuge der „künstlichen Intelligenz“ anwenden können?

Nun, bis vor rund einem Jahr nicht, alle Textgenerierungen beruhten strikt auf Regelwerken, Mathematik war eher erforderlich als KI. Das ändert sich gerade: die Software, auch die für „Roboterjournalismus“ kann selbst lernen, jetzt auch zu einem vertretbaren Preis. „Machine learning“ ist einer der Kernbereiche künstlicher Intelligenz.

„Automated content“ hat vier große Aufgabenfelder, die mit dem langsamen Einzug der künstlichen Intelligenz immer effektiver und gezielter bedient werden können:

  1. Produktbeschreibungen. Sollte niemand mehr händisch schreiben, wenn in einer Produktgruppe mehr als 50-100 Produkte sind. Bei weniger Produkten kann dies weiterhin von Crowdworkern erledigt werden, dass setup eine Textgenerierungsprojektes lohnt sich dann nicht. Vorteil der Software: Preisänderungen, Änderungen an Design etc. – alles kann in real-time ersetzt und verändert werden, ohne das jemand auch nur daran denken müsste.

  2. Medieninhalte. Wir arbeiten für diverse Verlage und dies sind Kunden, um die andere Roboterjournalisten einen Bogen machen: sie sind anspruchsvoll, denn ein automatisch generierter Text muss qualitativ neben einem händisch geschriebenen bestehen können, der direkt daneben oder darunter steht.

  3. Interne Kommunikation und Reports. Die Risikoanalysen, die wir für eine große deutsche Bank zu Kreditanfragen schreiben (lassen) haben oft eine Verteilerkreis von weniger als zwei Dutzend Personen. Diese Empfänger werden sehr personalisiert mit Informationen versorgt: an die  Vorstandsetage schicken wir ein einseitiges PDF, für die Kollegen im risk management sind es mehrere Seiten, natürlich mit Verlinkungen zu den Originaldaten.

  4. Content Marketing. Wir übernehmen täglich rund 2,000 Meldungen aus dem französischen und englischem (per ordentlichen Lizenzvertrag) Sprachraum, übersetzen diese aber nicht nur mit KI, sondern optimieren sie textlich auch, vollautomatisch. So entstehen rund 60,000 News täglich, für unterschiedliche Websites, Portale, Blogs.

Roboter&Journalismus wird sich in den nächsten Jahren vor allem auf Gebiete konzentrieren, in denen große Datenmengen aus unterschiedlichen Quellen verarbeitet werden müssen. Zur Zeit berichtet unsere Software über die Entwicklung des Wetters in Südafrika, zusätzlich allerdings mit satellitengestützten Prognosen zu den Wasserständen von Quellen und Feuchtgebieten. So wird selbst der Bericht über das Wetter zu einem wertvollen Beitrag.

Für eine renommierte britische Zeitung fassen wir täglich zusammen, wie sich die gesamte globale Autoindustrie entwickelt, mitsamt Zulieferfirmen. Egal, an welchen Börsenplatz die Aktiengesellschaften notiert sind und nicht nur zum Tesla. Der Kunde nutzt diese Berichte für einen Bezahl-Newsletter.

Es wird bald kein Medium mehr geben, dass in den nächsten Jahren nicht auf automatisch generierte Inhalte setzen wird. Von dieser Entwicklung profitieren auch die Unternehmen, Institutionen und Verbände, die zwar immer mehr Daten sammeln und klassifizieren, diese aber ohne großen Aufwand kaum nutzbar machen können.

Die Recherche von Datenquellen und die Strukturieung von Daten aus aller Welt wird immer komplexer. Dank opendata und der Forderung nach größerer Datentransparenz gibt es theoretisch immer mehr Informationen. Nur werden diese im Datendschungel ohne Expertenwissen nicht gefunden und auch nicht analysiert. Roboterjournalismus demokratisiert den Datendschungel, macht Prozesse im Unternehmen wesentlich effizienter, hebt Datenwissen zu einem günstigen Preis. Die Robots haben eine große Zukunft.

Menschliche Anfragen gerne an: Wolfgang.Zehrt@digitalkommunizieren.de