Hamsterkäufe wg. Corona sind kein Grund zum Lachen

Corona – und schon wird eingekauft wie nie zuvor: Tütensuppen, Nudeln, Klopapier und natürlich Seife und Desinfektionsmittel sind oft ausverkauft. Schmierige Gestalten versuchen Atemschutzmasken zu absurden Wucherpreisen zu verkaufen, aber hier ein Lob an Ebay und andere: die meisten dieser Geschäftemacher wurden zügig auf den Plattformen blockiert.

Corona ist sicher kein Grund zur Panik, aber genauso wenig gibt es einen Grund, sich über die neue Einkaufswut lustig zu machen, denn: was schadet es schon, lange haltbare Lebensmittel wie Nudeln und das berühmte Toilettenpapier auf Vorrat zu haben?

Niemand von den Einkäufern befürchtet, diese Sachen nicht mehr zu bekommen, der wirkliche Grund ist nachvollziehbar: wenn der erste Arbeitskollege Corona attestiert bekommt oder die erste Kollegin im Büro, dann ist für jeden die Hausquarantäne nicht mehr weit. Deutschland funktioniert zu gut, als das dann jemand hungern müsste, aber in einer ohnehin schon nervigen Situation möchten die meisten Menschen schlicht Herr oder Frau in den eigenen vier Wänden bleiben, ohne auf Hilfe von außen angewiesen sein zu müssen.


Aber es gibt noch mehr Fragen zu Corona-19, die oft gestellt werden:

Husten – muss das Corona sein?
Nur wegen dem Corona-Virus (Coronavirus SARS-CoV-2) sind andere Krankheiten (leider) nicht ausgestorben: ganz normale Erkältungen, aber auch grippale Effekte bleiben uns in der genauso großen Häufigkeit wie zuvor erhalten. Dagegen sollten Sie handeln, wenn Sie mit großer Wahrscheinlichkeit mit jemanden Kontakt hatten, der in einem der Risikogebiete (Italien, Iran, China) war. Bleiben Sie dann zunächst in ihren eigenen vier Wänden und rufen Sie beim Gesundheitsamt oder Hausarzt an. Der ärztliche Bereitschaftsdienst ist auch am Wochenende zu erreichen: 11 6 11 7


Husten mit möglicher Corona-Gefahr: dann zum Hausarzt gehen?
Es ist sicher nicht sinnvoll, sich mit einer denkbaren Virusinfektion in ein überfülltes Wartezimmer zu setzen. Sollte Sie wirklich diese Viruserkrankung haben ist die Gefahr groß, dass sie andere Wartende anstecken. Umgekehrt: sollte sich Ihr Verdacht nicht bestätigen (was meistens der Fall ist) haben Sie sich eventuell bei anderen Patienten im Wartezimmer eine andere Erkältungskrankheit oder sogar Grippe eingehandelt. Wenn es Ihnen so schlecht geht, dass Sie wirklich medizinische Hilfe brauchen: dann natürlich ab zum Arzt und vorher telefonisch ankündigen, dass Sie eine Corona nicht ausschließen können. Manche Ärzte werden Ihnen dann anbieten nach dem Ende der offiziellen Sprechstunde zu kommen, wenn alle anderen Patienten nicht mehr da sind.


Woher bekomme ich wichtige Informationen?
Sowohl das Robert-Koch-Institut als auch die Gesundheitsministerien der Länder stellen teilweise mehrmals täglich Updates auf ihrer Homepage oder Presseinformationen zur Verfügung. Auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung beantwortet auf ihrer Homepage wichtigste Fragen. Das Bundesgesundheitsministerium hat eine Hotline eingerichtet: 030 / 346 465 100.


Sollte ich mir eine Atemmaske kaufen, wenn ich noch eine bekomme?
Es ist offen, ob die einfachen Atemmasken überhaupt vor einer Ansteckung schützen können. Es gibt zunehmend Experten, die gesunden Menschen davon abraten. Medizinisch gesehen handelt es sich meisten auch nicht um wirkliche Atemschutzmasken, sondern um einen sogenannten „Spuckschutz“. Durch sie können zum Beispiel Tröpfchen beim Husten oder Niesen abgehalten werden. Eine normale sogenannte OP-Maske macht also, wenn überhaupt, eher für Erkrankte als für Gesunde Sinn. Für einen richtigen Atemschutz würden Sie eine partikelfiltrierende Halbmaske FFP2 brauchen, die für medizinisches Personal nötig ist, dass direkt in Kontakt mit Erkrankten kommt oder kommen kann.


Was kann ich dann tun, um mich zu schützen?
Das Virus wird durch Tröpfcheninfektion übertragen. Sinnvoll ist deshalb, Abstand zu anderen Menschen, insbesondere zu erkälteten, zu halten. Aber leider sind auch Menschen, die sich noch gesund fühlen, bereits ansteckend. Etwa ein bis zwei Meter Abstand reichen dabei. Teilweise wird geraten, einander nicht mehr die Hand zu geben und Umarmungen zu vermeiden. Es wird abgeraten, Massenveranstaltungen wie Konzerte, Messen oder Großevents zu besuchen. Auch öffentliche Verkehrsmittel sind Infektionsquellen. Natürlich gilt: Solange man gesund ist und Veranstaltungen nicht offiziell verboten sind, muss jeder für sich selbst verantworten, wie er mit dem Risiko umgehen mag. Was aber in jedem Fall sinnvoll ist: regelmäßiges Händewaschen mit Seife.


Was tun bei Schnupfen und Niesen?
• Beim Husten oder Niesen mindestens einen Meter Abstand von anderen Menschen halten und sich wegdrehen.
• Am besten ein Einwegtaschentuch benutzen – nur einmal verwenden und anschließend in einem Mülleimer mit Deckel entsorgen. Wird ein Stofftaschentuch benutzt, sollte dies anschließend bei 60°C gewaschen werden.
• Nach dem Naseputzen, Niesen oder Husten gründlich die Hände waschen.
• Ist kein Taschentuch griffbereit, kann in die Armbeuge geniest werden.

Dieser Artikel beruht auf Empfehlungen der Ärztekammer, des Deutschen Roten Kreuzes und des Bundesministeriums für Gesundheit

Wolfgang Zehrt, Berlin