Europas Börsen stürzen ab – weltweite Rezession verschärft sich

Corona bestimmt Weltwirtschaft

Die wichtigsten europäischen Börsen in London und Frankfurt starteten mit großen Verlusten. Auslöser war die Entscheidung der US-Regierung, Europäern aus dem Schengen-Raum für zunächst 30 Tage die Einreise in die USA zu verbieten. Großbritannien ist also von dieser Regelung ausgenommen. Die Börse in London führte trotzdem den Rückgang an, da die Aktien dort schon früh um mehr als 6 Prozent fielen, bevor sie sich etwas erholten. Zuvor hatte es schon kräftige Abwärtsbewegungen in den asiatischen Märkten gegeben. Der Dax ist heute erstmals seit 16 Jahren unter der 10.000 Punkte Marke und verliert damit fast 7%.


Das US-Außenministerium riet inzwischen den Amerikanern auch, alle internationalen Reisen zu überdenken. Dies dürfte die weltweit operierenden Konzerne weiter unter Druck setzen. Katastrophal sind erwartungsgemäß die Auswirkungen für die Lufthansa, die heute Vormittag bei einem Verlust von 12 Prozent liegt.


Fast schon zweitrangig erscheint damit die Entwicklung beim Ölpreis, die zusätzlich durch den Fördermengen-Konflikt zwischen Saudi-Arabien und Russland angeheizt wird: Die Ölpreise gingen um mehr als 5 Prozent zurück, natürlich auch durch die Annahme, dass die Welt für die nächsten Monate nicht mehr so viel Brennstoff braucht wie früher.


Die Börsen im Einzelnen:

In Europa lag der Londoner FTSE 100-Index um etwa 5 Prozent niedriger und holte damit einen Teil des verlorenen Bodens aus dem früheren Handel wieder auf.

In Frankfurt fiel der DAX um rund 5 Prozent. Der französische CAC 40-Index war zu Beginn um 4,5 Prozent niedriger.


An den asiatischen Aktienmärkten schloss der Nikkei 225 in Tokio gestern mit einem Minus von 4,4 Prozent. Der australische S&P/ASX 200-Index fiel um 7,4 Prozent, obwohl die Regierung zugesagt hatte, der Wirtschaft massiv zu helfen.


Der südkoreanische Kospi-Index fiel um 3,9 Prozent. Gestern hatten die Regulierungsbehörden den Handel in Seoul kurzzeitig ausgesetzt, nachdem der Index um mehr als 5 Prozent gefallen war. In Hongkong ging der Hang-Seng-Index um 3,7 Prozent zurück, auf dem chinesischen Festland fiel der Shanghai Composite Index um 1,5 Prozent.

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