Nach Corona sollte sich die Europäische Union auflösen

 

Europa. Das war eine wirklich gute Idee. Keine Grenzen mehr, enge Zusammenarbeit, gemeinsam wichtige Projekte entwickeln. Keine Kriegsgefahr durch überbordenen Nationalismus, geschlossen auftretender wichtiger Gesprächspartner für die großen Weltreiche USA, China und Rußland. Das war wirklich alles eine gute Idee. Nichts davon ist übrig. Ein kleiner Virus gab diesem Gedanken den Rest.


Ohne jede Abstimmung wurden in europäischen Ländern Grenzen geschlossen oder auch nicht. Die einen Europäer durften in das eine Land ausreisen, in das andere nicht, in das dritte vielleicht. Es gab keine europäische Idee, geschweige denn ein europäisches Krisenzentrum, dass diesen Namen verdient hätte. Dieses Europa kann man lassen.


Einheitliche Testverfahren? Wenigstens eine Vereinbarung wieviele Menschen in jedem Land getestet werden sollen? Nicht im Traum. Und wo werden die halbwegs belastbaren Daten zu Erkrankungszahlen und Sterbefällen dokumentiert? In einer US-amerikanischen Universität, wo auch sonst, mit Sicherheit auf einem amazon-Server. 10x schneller als das einzige Institut in Deutschland überhaupt Zahlen aufgeschrieben bekommt, das Robert-Koch-Institut in Berlin hechelt den US-Kollegen um bis zu 24 Stunden hinterher. Wochen nach Beginn der Krise beschloss der EU-Rat ein Einreiseverbot in Länder der Europäischen Union. Zu spät, viel zu spät Offenbar hatte man nie von Wuhan gehört.


Es gibt keine europäische Digitalwirtschaft, die jetzt helfen könnte. Daten werden auf amazon- und Microsoft-Servern (zusammen rund 75% Weltmarktanteil am Cloud-Computing) ausgewertet und gespeichert, weil es solche Server in Europa schlicht nicht gibt. Wer nicht mehr einkaufen gehen will bestellt bei – amazon. Oder ebay. Oder macht Telefonkonferenzen mit einem skandinavischen Anbieter. Schreibt seine Mails und Dokumente mit Microsoftprogrammen und sucht mit Google nach Informationen. Hält den Kontakt zu Verwandten via Facebook oder whatsapp oder twitter. Keine europäischen Anbieter, nirgendwo. Dank an SAP – wenigstens ein Erfolg, gegründet in den 70ern…


Lasst diese Europäische „Union“ in Würde sterben, zusammen mit dem Virus. Eine neue Generation aber muss und wird vielleicht eine wirklich aktive, konstruktive und innovative Gemeinschaft aufbauen, auch weil bei den U30 internationale Kontakte nicht von oben verordnet sind, sondern gelebter Alltag. Ohne Spesenritter und überbezahlte Versorgungspöstchen in den lauschigen EU-Büros von Straßburg und Brüssel. Natürlich braucht Europa eine starke funktionierende Gemeinschaft – aber diese EU ist eine Beleidigung für den europäischen Gedanken.


Wolfgang Zehrt, Berlin