Corona – Tote interessieren sich nicht dafür

In den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges wurde erbittert um Berlin gekämpft. Ein sinnloser Kampf in einem schon lange verlorenen irrsinnigem Feldzug. Von einem gewählten Machthaber befohlen starben rund um Berlin in den letzten Tagen rund 50.000 deutsche Soldaten. Wer sich weigerte in diesen sinnlosen Kampf zu ziehen wurde noch wenige Tage vor dem Selbstmord des „Führers“ von den eigenen Leuten erschossen. Diese eine letzte Schlacht an einem einzigen Ort des Weltkrieges tötete binnen weniger Tage mehr Menschen, als auf der ganzen Welt bislang am Corona-Virus gestorben sind. Corona ist nicht menschengemacht, fast die ganze Welt stemmt sich geschlossen gegen einen Virus, der bislang 17.000 Menschen getötet hat.


In Syrien sind seit 2016 rund 500.000 Menschen getötet worden, wird geschätzt. Mit Faßbomben, wohl auch mit Giftgas, mit gezielten Angriffen auf Krankenhäuser. Sicher ist, das dies ohne den Willen des russischen Präsidenten Putin nicht passieren könnte, ohne den türkischen Staatschef Erdogan auch nicht. Deutschland und Europa unterhalten, wenn manchmal auch etwas verkrampft, gute Beziehungen zu dem einen, weil wir für russisches Erdgas kaufen und zu dem anderen, weil er sich den Flüchtlingen aus Afrika für uns in den Weg stellt, nicht ohne Gegenleistung.


Im Yemen sind nach UN-Angaben inzwischen 200.000 Menschen durch den Bürgerkrieg und seine Folgen getötet worden, vor allem Kinder. Einer der Kriegstreiber in diesem einstigem orientalischen Märchenland ist Saudi Arabien. Das Land, das auch mißliebige Journalisten in Botschaften im Ausland umbringen lässt, ist wichtig für den westlichen Wohlstand, Öl wird gebraucht. Ausserdem dürfen dort jetzt Frauen sogar Führerschein machen. Der zweite Kriegstreiber ist der Iran, mit dem auch Deutschland sehr gerne wieder Geschäfte machen würde, was aber zu einem heftigem Konflikt mit den USA führen würde, wenn auch nicht wegen der Toten im Yemen.


Diese zwei Beispiele von Diktatoren politisch gewollter und von der EU und den USA geduldeter Kriege haben mit dem Corona-Virus etwas gemeinsam: sie bringen Unschuldige um, Tausendfach, die Kriege sogar hundertausendfach. Zum ersten Mal seit dem zweiten Weltkrieg gibt es mit Corona eine tödliche Bedrohung für viele Millionen Menschen, ausgenommen vielleicht abgeschiedene Südsee-Atolle. Hamsterkäufe, skeptische 2 Meter-Distanz selbst zu Bekannten, die man auf der Straße trifft, besser zu Hause bleiben, keine Partys, keine Restaurants mehr – es gibt sehr betagte Menschen, die berichten können, dass sie dies schon einmal erlebt haben. Damals nicht als Naturkatastrophe, sondern menschengemacht. Und mit Nächten im Bombenschutzkeller.


Der Virus wird mit Hilfe noch nie dagewesener Maßnahmen und Gesetze, mit global vernetzter Medizin und Forschung natürlich besiegt werden. Der Virus hat sich nach heutigem Stand ohne menschliche Fehler oder menschliche Absicht entwickelt, was für einen Sterbenden belanglos ist. Kann man hinnehmen, dass nach Corona weiterhin Kinder und andere Unschuldige  durch „sauber“ geplante und absichtsvolle „politische“ Entscheidungen skrupelloser und nie verfolgter Machthaber und ihrer Hintermänner getötet werden, mit oft im „Westen“ hergestellten Waffen, zu Tausenden und Hunderttausenden?  Trotz Hightech und großartiger Medizinerinnen und Mediziner, die bis zur Selbstaufgabe um ihre Patienten kämpfen, können viele Corona-Tote nicht verhindern werden. Die Kriegs-Toten aber müsste es nicht geben.

Wolfgang Zehrt, Berlin