Was Schriftsteller jetzt empfehlen: die besten Bücher aller Zeiten

In Dutzenden von Ländern hat der US-Journalist John Peder Zane 125 bekannte Schriftsteller gefragt, was ihrer Meinung nach die besten Bücher aller Zeiten sind. Gerade in diesen Wochen und Monaten kann man nicht genug Lesestoff im Homeoffice haben, sich ablenken hilft eine für alle anstrengende Zeit besser zu überstehen.


Die 10 besten Bücher aller Zeiten

1. „Anna Karenina“ von Leo Tolstoi

Anna Karenina erzählt von der verhängnisvollen Liebesbeziehung zwischen der sinnlichen und rebellischen Anna und dem schneidigen Offizier Graf Wronskij. Die Tragödie beginnt sich, als Anna ihre leidenschaftslose Ehe ablehnt und sich damit auch gegen die damalige Gesellschaft stellt. Die ZEIT schreibt: „Da will man nur weiterlesen, weiterlesen und möglichst nicht an ein Ende kommen – auch wenn man den Roman schon fünfmal gelesen hat“. 


2. „Madame Bovary“ von Gustav Flaubert

Als Emma Rouault Charles Bovary heiratet, stellt sie sich vor, ein Leben in Luxus und voller Leidenschaft zu führen, über das sie in sentimentalen Romanen und Frauenzeitschriften liest. Aber Charles ist ein langweiliger Landarzt, und das Leben in der Provinz ist ganz anders als die romantische Aufregung, nach der sie sich sehnt. Die WELT schreibt: „Emma las Romane, in denen es von tugendsamen Herren auf hohen Rössern, Küssen, Schwüren, Gondelfahrten und schluchzenden Nachtigallen nur so wimmelte. Das Verhängnis begann, als die junge Frau nach all dem Schönen zu suchen begann – in der Wirklichkeit. Dort aber gab es keine weißen Ritter. Das Ende von Madame Bovary ist bekannt. Was blieb, war Arsen„.


3. „Krieg und Frieden“ von Leo Tolstoi

Der Roman berichtet über den französischen Einmarsch in Russland und die Auswirkungen der napoleonischen Ära auf die zaristische Gesellschaft anhand der Geschichten von fünf russischen Adelsfamilien. Der deutsche Schriftsteller Walter Kempowski sagte: „Tolstois Roman „Krieg und Frieden“ habe ich zum ersten und einzigen Mal unter etwas ungewöhnlichen Umständen gelesen. Während meiner Zuchthauszeit, 1951, in Bautzen steckte mir jemand die zwei Bände für eine Woche zu. Es war der erste Roman, den ich damals seit drei Jahren wieder in die Finger kriegte, und ich muß sagen, der Eindruck war überwältigend. Diese eine Woche, in der ich die Schicksale der von Tolstoi geschaffenen Gestalten miterlebte, in der ich das grandiose Bild der napoleonischen Siege und Niederlagen mitansah (wie Pierre Besuchow die Schlacht bei Borodino), ließ mich buchstäblich alles um mich her vergessen. Ich habe ein solches Leseerlebnis nie wieder gehabt“.


4. „Lolita“ von Wladimir Nabok  sorry, aber dieses Buch passt nicht mehr in unsere Zeit


Ein früher Weltbestseller-Autor

5. „Die Abenteuer des Huckleberry Finn“ von Mark Twain

Ein Junge aus einer Stadt am Mississippi erzählt von seinen Abenteuern, als er mit einem entlaufenen Sklaven den Fluss hinunter reist und dabei auf eine Familie trifft, die in eine Fehde verwickelt ist, auf zwei Schurken, die sich für Könige ausgeben, und auf Tom Sawyers Tante, die ihn mit Tom verwechselt. Es war Ernest Hemingway, der dieses Urteil fällte: „Die ganze amerikanische Literatur kommt von einem Buch von Mark Twain her, das ‚Huckleberry Finn‘ heißt … Es ist das beste Buch, das wir gehabt haben. Vorher gab’s nichts. Danach hat es nichts gleich Gutes gegeben.


6. „Hamlet“ von William Shakespeare

Hamlet ist Shakespeares beliebtestes und rätselhaftestes Stück. Es folgt der Form einer „Rachetragödie“, in der der Held Hamlet sich an dem Mörder seines Vaters, seinem Onkel Claudius, dem König von Dänemark, rächen will. Die New York Times wollte wissen, ob Hamblet heute noch als ein bißchen cool ankommen könnte und war erstaunt:

„Die Tragödie des Hamlet, Prinz von Dänemark“ wurde vielleicht vor 500 Jahren zum ersten Mal aufgeführt. Aber als wir Schülerinnen und Studenten baten, Instagram zu verwenden, um kurze Videos mit Zeilen aus William Shakespeares Geschichte über königliche Intrigen und Rache aufzunehmen, ergriffen fast 500 Schüler die Gelegenheit. Die Gelehrten sind sich nicht einig, ob Hamlet der rachsüchtigste Teenager in der Geschichte des dänischen Königshauses war oder nicht. Aber die jungen Leute, die diese vielen kurzen Videos gedreht haben, haben gezeigt, auf welch vielfältige Weise sie die Welt, in der sie leben, mit Prinz Hamlets Tragödie in Verbindung bringen konnten. Von Kellern und Schlafzimmern bis hin zu Klassenzimmern und klösterlichen Orten drückten Hunderte von Schülern die „Aufnahme“-Taste auf einem Smartphone und lieferten neuartige Interpretationen von Shakespeares Worten“.


7. „Der Große Gatsby“ von F. Scott Fizgerald

Die Geschichte handelt in erster Linie von dem jungen und mysteriösen Millionär Jay Gatsby und seiner quixotischen Leidenschaft und Besessenheit von der schönen ehemaligen Debütantin Daisy Buchanan. Laut Süddeutsche Zeitung: Was geschieht, ist klar genug – aber was es zu bedeuten hat und wie es zu bewerten sei, darüber erhält der Leser keine verlässliche Auskunft. Dem Ruhm des Buchs hat es nicht geschadet, im Gegenteil. Man kann es auf mindestens drei verschiedene Arten lesen und kommt immer auf seine Kosten: als groteskes Sittenbild; als bittersüße Liebesgeschichte (also den blanken Kitsch, der sich jedoch über den Zynismus der Partygäste erhaben dünkt, bestimmt die beliebteste Lesart); oder als eine Studie über den Zusammenhang von Geld und Seelenleben“.


8. „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ von Marcel Proust

Auf der Suche nach der verlorenen Zeit folgt der Erzähler den Erinnerungen des Erzählers an seine Kindheit und den Erfahrungen bis ins Erwachsenenalter im aristokratischen Frankreich des späten 19. bis frühen 20. Jahrhunderts, während er über den Zeitverlust und den Mangel seiner Bedeutung für die Welt nachdenkt. Das Urteil des Norddeutschen Rundfunk: „Marcel Prousts Romanzyklus „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ gehört zu den vielbestaunten Kolossalwerken der Literatur im zwanzigsten Jahrhundert, dem Umfang nach gewaltig, der Substanz nach unerschöpflich, nach Stil und Schreibweise unvergleichlich subtil. Das siebenbändige Werk ist immer wieder mit dem „Ulysses“ von James Joyce und Robert Musils „Mann ohne Eigenschaften“ verglichen worden, aber es ist in Wirklichkeit ein ganz für sich stehendes, singuläres Werk, vor allem durch die Kunst, die Realität durch ihre genaue Beschreibung gleichsam aufzulösen und sie gleichzeitig im Prozess der Erinnerung zurückzugewinnen“.


9. „Die Meistererzählungen“ von Anton Tschechow

Die wichtigsten Geschichten des berühmten russischen Autors Anton Tschechow.  Tschechow lebte in den letzten Jahren der Zaren, und die meisten seiner Geschichten stammen ungefähr aus dieser Zeit. Das Buch gibt einen hervorragenden Einblick in das russische Leben im zaristischen Russland und unterhält mit seinen Geschichten und seinem unübertroffendem Stil. Schreibt der Kritiker Hermann Bensch: „In dieser Sammlung Cechov’scher Geschichten dreht es sich fast immer um Gestalten aus dem Alltag, die aufgrund ihres Schicksals, ihres Charakters oder ihrer Interessen zu skurilen Figuren werden, denen die Umwelt nicht immer verständnisvoll begegnet. Ob alternder Professor, der sich auf seinen Tod vorbereitet, ein Arzt, der aufgrund seines Interesses an einem Kranken selbst für krank gehalten wird, oder eine Dame mit allzu großem Herzen: Es sind meistens Figuren wie Du und ich, deren Werdegang hier kurz gestreift wird. Oft bleibt ihr tatsächliches Schicksal offen und es geht nur um eine detaillierte, intelligente Momentaufnahme.“


10. „Mittelmarsch“ von George Eliot

Der Roman spielt in der fiktiven Stadt Middlemarch in den Midlands in den Jahren 1829-1832 und folgt mehreren unterschiedlichen, sich überschneidenden Geschichten mit einer großen Anzahl von Figuren. Zu den Themen gehören der Status von Frauen, die Art der Ehe, Idealismus, Eigeninteresse, Religion, Heuchelei, politische Reformen und Bildung. Als Mary Anne Evans kam Eliot 1819 in der South Farm auf dem Landgut Arbury in Warwickshire zur Welt und hat eine für diese Zeit unglaublich spannende Lebensgeschichte, einschließlich „wilder Ehen“, womit sie sich im damaligen Großbritannien selbst unter Intellektuellen keine Freunde machte.

redbubble.com meint: „Eliots Romane sind berühmt für ihren Realismus und die zugrunde liegenden moralischen Themen. Wie andere viktorianische Realisten, Eliot enthalten detaillierte Porträts von einfachen Menschen. Ihr genauer Gebrauch des Dialektes verstärkte die immersive Wirkung ihres Schreibens. Ihr berühmtester Roman, Middlemarch , wird für seine expansive Darstellung der englischen Gesellschaft gelobt, indem sie das Leben jeder sozialen Klasse detailliert und ihre Handlungslinien miteinander verbindet. Der Roman beschäftigt sich mit Fragen der Kunst, der Politik, der Literatur und der Moral, während er fortschreitet und insbesondere den Konflikt zwischen dem Pflichtgefühl der Frauen und dem Wunsch nach einer glücklichen Ehe erforscht“.

Viel Spaß beim entspannten Lesen!