Wie digitale Währungen funktionieren

 

Das sich hinter den Kryptowährungen befindliche Konzept hat vor über zwei Jahrzehnten, und zwar im Jahr 1998, das Licht der Welt erblickt. Wei Dai hat den Grundgedanken der digitalen Währungen formuliert und über eine Cyberpunk-Mailingliste der Öffentlichkeit präsentiert. Doch bis seine Idee umgesetzt werden konnte, sind weitere zehn Jahre vergangen. Es war Satoshi Nakamoto, wobei es bis heute nicht klar ist, wer sich hinter dem Pseudonym verbirgt – handelte es sich um eine einzige Person oder war es eine Gruppe, die sodann den Bitcoin zum Leben erweckte?


Nakamoto veröffentlichte im Jahr 2008 sein Werk mit dem Titel „Peer to Peer Electronic Cash System“ und beschrieb, wie es möglich sein kann, ein Bezahlsystem zu schaffen, das zwischen den Personen funktioniert, sodass man keine Bank als Zwischenglied benötigt. Es entstand das auf der Kryptographie basierende Protokoll des Bitcoin. Am 3. Januar 2009 wurden dann die ersten Coins geschürft – der Bitcoin war geboren.


Coins werden geschürft und nicht gedruckt

Natürlich war es keine große Überraschung, dass der Bitcoin genau zu jener Zeit kam, als sich die Welt in einer verheerenden Finanzkrise befand. Schlussendlich haben die Menschen das Vertrauen in die Banken, die letztlich für die Finanzkrise verantwortlich waren, verloren. Somit war es schon verlockend auf einmal einen Zugriff auf eine Währung zu haben, hinter der sich keine Bank befinden würde.


Aufgrund der Tatsache, dass digitale Währungen nicht gedruckt werden, ist ein anderer Weg erforderlich, damit diese „entstehen“ können. Beim Bitcoin – und auch bei vielen anderen Kryptowährungen – wird nach Einheiten gesucht und „geschürft“. Man geht also mit der „virtuellen Hacke“ vor und versucht durch Lösung kryptographischer Aufgaben Bitcoins zu bekommen. Für das richtige Ergebnis gibt es dann eine Belohnung – das sind zum aktuellen Zeitpunkt 12,5 Bitcoins. In regelmäßigen Abständen werden die Rewards aber halbiert. Das sogenannte Bitcoin Halving wird für Mai 2020 erwartet – dann gibt es nur noch 6,25 Coins.


Um Coins der Kryptowährung Bitcoin schürfen zu können, benötigt man einen ausgesprochen starken Computer. Da die heutigen Aufgaben derart schwer zu lösen sind, sodass man außergewöhnlich hohe Prozessorleistungen benötigt, ist es ratsam, sich einem sogenannten Mining-Pool anzuschließen. Hier werden die zur Verfügung stehenden Kräfte gebündelt und sodann für den Mining-Prozess eingesetzt – am Ende erhält man die Belohnung, jedoch angepasst an die zur Verfügung gestellte Rechnerleistung.


Kein ungefährliches Vorhaben

 Man muss nicht unbedingt Teil des Mining-Prozesses werden, sondern kann auch Coins über Kryptobörsen oder Handelsplätze erwerben. Hier muss man sich zu Beginn nur registrieren, damit man in weiterer Folge Coins kaufen kann.

Die Coins werden dann in einer Wallet, das ist das digitale Portemonnaie, verstaut. Was mit den erworbenen Coins in weiterer Folge gemacht werden kann? Entweder nutzt man die Coins, um Online Bestellungen zu bezahlen oder setzt sein Glück im Online Casino auf die Probe, vorausgesetzt hier werden Kryptowährungen akzeptiert, kann aber auch mit einem Wertanstieg spekulieren. Denn Bitcoin und Co. werden auch als Spekulationsobjekte gesehen.

So kann man über Bitcoin Circuit nur auf die Kursentwicklung des Bitcoin setzen. Wichtig ist, dass man sich bewusst sein sollte, dass es nicht ungefährlich ist, wenn man mit Kryptowährungen spekuliert. Denn natürlich gab es in der Vergangenheit immer wieder Höhenflüge, jedoch auch gravierende Korrekturen, die für Verluste gesorgt haben.


Höhenflüge und Rekordabstürze

Hat man etwa zu Beginn des Jahres 2017 in den Bitcoin investiert, so musste man gerade einmal 1.000 US Dollar für einen Coin bezahlen. Ende 2017 lag der Preis bei fast 20.000 US Dollar – Ende 2018 bei nur noch 3.000 US Dollar. Ein ähnliches Bild konnte 2019 beobachtet werden: Kletterte der Preis des Bitcoin bis Juni auf fast 14.000 US Dollar, so rutschte man im November, also nur wenige Monate später, auf rund 6.500 US Dollar ab.

Einen weiteren Rückschlag gab es Mitte März – auch der Kryptomarkt wurde mit dem Coronavirus infiziert, sodass es von rund 8.000 US Dollar auf unter 4.800 US Dollar ging. Das bevorstehende Bitcoin Halving sollte jedoch wieder für bessere Zeiten sorgen.

Nicolas Sender, Wirtschafts- und Technikjournalist