Corona-Folgen: eBay unterstützt kleinere Händler beim Online-Verkauf

(ddna) 3/4 aller deutschen Einzelhändler verkaufen noch nichts im Internet: weder der Fahrradhändler an der Ecke noch das alteingessene Modegeschäft in der Seitenstraße.

Die Gründe sind vielfältig:

  • Angst vor einem zu großen Investment
  • Keine Erfahrung mit digialen Shoppingplattformen
  • Befürchtung das selbst kleinster Aufwand nicht lohnt

In der Tat wäre es für ein Geschäft mit maximal zwei bis drei Filialen kaum lohnend, ein eigenes Online-Shopping-System programmieren zu lassen, das dann auch noch mit einem Mindesmaß an Digitalkompetenz gepflegt werden muß. Hinzu kommt, dass selbst das beste und übersichtlichste Online-Angebot kaum etwas nützt, wenn es nicht massiv durch Werbemaßnahmen begleitet und promotet wird.


Aufgrund der Corona-Krise müssen viele kleine Händler aktuell um ihre Existenz bangen. Ob Buchhandel oder Modeboutiquen: Mehrere Wochen mussten viele Geschäfte geschlossen bleiben. Um diese Umsatzverluste aufzufangen und die Verbindung zwischen lokalen Händlern und ihren Kunden während der Corona-Krise nicht abreißen zu lassen, hat eBay unter dem Motto #WirHabenOffen ein Soforthilfeprogramm ins Leben gerufen. Man kann gegen die global alles beherrschenden Plattformen wie Google, Facebook, amazon oder eben ebay sicher Vorbehalte haben, aber Fakt ist: genau diese Plattformen sind in Deutschland und in Europa leider nie entwickelt worden und werden es auch nicht mehr. Niemand kann mehr den Spruch „Krise als Chance“ hören, aber Corona kann ein sehr guter Anlaß sein, die eigenen Produkte auf den Online-Markt zu bringen – und dies nach der Pandemie auch weiter voranzutreiben.


Die Plattform eBay hätte ohnehin einen gigantischen Erfahrungsvorsprung vor jedem neuen Anbieter: die Benutzerführung, immer noch die größte Herausforderung bei umfangreichen Plattformen, ist simpel und viele Tausend Mal weiter verbessert worden. Der Einstieg für Verkäufer ist inzwischen so organisiert, dass selbst mit Basis-Kenntnissen am Computer auf der Ladentheke der Shopping-Auftritt möglich wird.


Der amerikanische Einkaufsgigant lässt es sich in der Corona-Krise durchaus etwas kosten, Einzelhändler auf seine Plattform zu bringen: keine Verkaufsprovision für 3 Monate (das können sonst bis zu 13% vom Netto-Verkaufspreis sein) und vor allem: für sechs Monate einen „Premium-Shop“ einschließlich der Kundenbetreung umsonst (sonst monatlich 300,00Euro). Wir hatten kürzlich darüber berichtet, dass auch der Otto-Versand mehr zum Marktplatz werden will und entsprechend auf Händler zugeht, nur gibt es bei dem Hamburger Versandhandel einen Nachteil: Otto will sich zunächst um mittlere und große Anbieter kümmern und nicht alle Produktkategorien dürfen verkauft werden (zum Artikel).


Ob eBay das Versprechen halten kann, die Einzelhändler in Deutschland erfolgreich dabei zu unterstützen, in das Online-Verkaufen einzusteigen, werden erst die nächsten Wochen zeigen. Informationen  gibt es auf jeden Fall hier: www.ebay.de/soforthilfe.


Holger Schmitt, Frankfurt