Greenpeace kritisiert Mercosur-Abkommen mit Aktionen in 25 Städten

Abgebrannter Regenwald in Brasilien

Bild: Abgebrannter Regenwald in Brasilien (CARL DE SOUZA AFP)

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace will am Samstag mit Aktionen in 25 deutschen Städten gegen das Handelsabkommen Mercosur zwischen der EU und den vier südamerikanischen Staaten Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay protestieren. Ehrenamtliche Mitarbeiter von Greenpeace wollen etwa in Hamburg, Stuttgart oder Köln mit dem Spruch „Kuhhandel frisst Amazonas“ vor der Gefahr für den Regenwald warnen. Greenpeace fordert, das Abkommen komplett neu aufzusetzen.

Die Brände im Amazonas-Gebiet hätten in diesem Jahr bereits große Schäden angerichtet, erläuterte am Freitag Greenpeace-Expertin Gesche Jürgens. In fast allen Fällen seien die Feuer gezielt von Menschen gelegt worden, um Flächen für die industrielle Landwirtschaft vorzubereiten. „Wird das Handelsabkommen abgeschlossen, droht sich dieser Trend zu beschleunigen.“

Als Vorsitzende der EU-Ratspräsidentschaft müsse Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) „ein deutliches Signal gegen den Deal aus dem letzten Jahrhundert setzen“, forderte Jürgens. „Es ist nicht zu spät, sich für eine Neuausrichtung von Handelsabkommen auszusprechen, die den Klima- und Biodiversitätsschutz und soziale Gerechtigkeit in den Mittelpunkt stellen.“

Die EU und die Mercosur-Staaten hatten sich im vergangenen Juni nach 20 Jahren Verhandlungen auf ein umfassendes Assoziierungsabkommen zur Bildung der größten Freihandelszone der Welt verständigt. Bevor es in Kraft treten kann, muss es von allen EU-Mitgliedstaaten ratifiziert werden.

Die Parlamente Österreichs, der Niederlande sowie der französischsprachigen Region Belgiens haben das Abkommen in seiner jetzigen Form bereits abgelehnt. Neben Umweltschützern sind auch Vertreter der europäischen Landwirtschaft gegen das Abkommen. Sie befürchten unfaire Konkurrenz durch südamerikanische Agrarkonzerne.

ilo/isd