Brauerei in Brasilien protestiert mit Bierpreis gegen Vernichtung des Regenwalds

Gerodete Fläche im brasilianischen Amazonas

Bild: Gerodete Fläche im brasilianischen Amazonas (CARL DE SOUZA AFP)

Der brasilianische Brauereikonzern Anbev macht mit einer neuen Biersorte plus eigenem Preisindex auf die rapide fortschreitende Vernichtung des Regenwaldes im Amazonas aufmerksam: Der Preis der Flasche „Colorado Amazonas“ sinkt, wenn die Urwaldvernichtung zurückgeht – bei einer negativen Entwicklung dagegen steigt er. Das Geld aus dem Verkauf des Biers geht laut Anbev ausschließlich an Gemeinden, Einwohner und Kleinbauern im Nationalpark Amazonia im brasilianischen Bundesstaat Para.

„Colorado Amazonas“ gibt es nur online. Startpreis waren 5,49 Réais (etwa 90 Cent). Wöchentlich wird ein neuer aktueller Preis errechnet, der sich an der Entwicklung der Regenwaldfläche der vergangenen vier Wochen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum orientiert. Eine Woche nach dem Start kostete das Bier schon 8,01 Réais, fast 50 Prozent mehr: Schlecht für Biertrinker, schlecht für den Regenwald.

In Brasilien wächst der Druck von Unternehmen und Investoren auf Präsident Jair Bolsonaro, gegen die Vernichtung des Amazonas-Regenwaldes zu kämpfen, statt sie zu begünstigen. Im ersten Amtsjahr Bolsonaros 2019 nahm die Vernichtung des Regenwaldes um mehr als 85 Prozent zu – eine Fläche fast in der Größe Libanons verschwand. In den ersten acht Monaten dieses Jahres sieht es etwas besser aus, allerdings nur im Vergleich zum schlimmen Vorjahr. Bis August wurden 6086 Quadratkilometer Regenwald in Brasilien vernichtet, das ist mehr als im ganzen Jahr 2018.

ilo/yb