Bewährungsstrafe für Schüler aus Hessen wegen Ausspähens von Politikerdaten

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Das Amtsgericht im hessischen Alsfeld hat einen Schüler wegen des Ausspähens von Politikerdaten zu einer neunmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt. Der 22-Jährige habe die Vorwürfe in dem nicht öffentlich geführten Prozess am Mittwoch gestanden, teilte das Gericht mit. Mit dem Urteil bleibt der Mann auf freiem Fuß. Das Gericht verurteilte ihn unter anderem wegen des Ausspähens von Daten, Datenfälschung, Datenhehlerei und versuchter Erpressung.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 22-Jährige von August 2015 bis Januar 2019 in 73 Fällen persönliche Daten wie etwa Telefonnummern, Kreditkartendaten, Anschriften, Fotos oder Chats illegal erlangt hatte. Zur Veröffentlichung der Daten inszenierte er im Dezember 2018 einen „Adventskalender“ im Kurzbotschaftendienst Twitter unter den Namen „G0D“. Dabei machte er Daten von insgesamt 993 Politikern zugänglich.

Darüber hinaus versuchte er, sechs Bundestagsabgeordnete zu erpressen. Er drohte mit der Veröffentlichung von Informationen und verlangte je einen Betrag von rund 900 Euro in der Kryptowährung Bitcoins. Neben den Datenvorwürfen wurde der junge Mann wegen weiterer Vergehen verurteilt. So verfasste er von 2016 bis 2018 dreimal falsche Anschlags- und Amokankündigungen und bezichtigte zudem zwei andere Menschen zu Unrecht einer Straftat.

Im Januar 2019 wurde der damals 20-Jährige ermittelt und kurzzeitig festgenommen. Der Fall erregte damals große Aufmerksamkeit und führte zu einer Diskussion um härtere Strafen.

ald/cfm