Weiteres Todesopfer bei Waldbränden in Kalifornien

Brandschäden im Napa Valley

Bild: Brandschäden im Napa Valley (Samuel Corum AFP)

Die Waldbrände im US-Bundesstaat Kalifornien richten weiter Unheil an: Während die Feuerwehr bei der Bekämpfung der Brände im Weinbaugebiet Napa Valley kaum Fortschritte machte, kam in einem anderen Feuer ein weiterer Mensch ums Leben. Ein Mann sei im Krankenhaus seinen schweren Brandverletzungen erlegen, teilte der Sheriff von Shasta County, Eric Magrini, am Mittwoch (Ortszeit) mit.

Der Mann war in das „Zogg Fire“ rund 300 Kilometer nördlich von Napa geraten und mit schweren Verbrennungen ins Krankenhaus geflogen worden. Mit ihm starben dieses Jahr bereits 30 Menschen bei Waldbränden in Kalifornien.

Aus dem Napa Valley meldete die Feuerwehr, bislang seien gerade einmal zwei Prozent des dortigen sogenannten Glass Fire eingedämmt worden. Durch das diese Woche ausgebrochene Feuer wurden bereits mindestens ein Dutzend der Weingüter in der Region zerstört, mehr als 20.000 Hektar Land brannten nieder. Mindestens 80 Gebäude wurden zerstört, laut Feuerwehr werden aber tausende weitere Gebäude von den Flammen bedroht. Die Flammen reichen bis in das benachbarte Weinanbaugebiet Sonoma County.

Zehntausende Menschen mussten das Gebiet rund um das „Glass Fire“ verlassen. Auch Calistoga, ein malerischer beliebter Ausgangspunkt für Touren durch die Napa-Weingüter, lag am Mittwoch weiter verlassen da und war von Flammen umringt. „Ich schätze, positive ist, dass das Feuer nicht in der Stadt ist“, sagte Bürgermeister Chris Canning. „Es ist überall um uns herum.“

Napa Valley und Sonoma County waren bereits vor drei Jahren von verheerenden Wald- und Buschbränden heimgesucht worden. Damals kamen dort 44 Menschen ums Leben, tausende Gebäude wurden zerstört.

In diesem Jahr leidet Kalifornien unter einer besonders schlimmen Waldbrandsaison. Im bevölkerungsreichsten Bundesstaat der USA wüteten nach einer Zählung der kalifornischen Feuerwehr bereits mehr als 8100 Brände auf mehr als 1,5 Millionen Hektar Land. Gouverneur Gavin Newsom warnte unlängst, Kalifornien habe den Höhepunkt des Waldbrandsaison noch nicht hinter sich.

Wissenschaftler machen den Klimawandel für die seit Jahren zunehmenden Dimensionen der Wald- und Buschbrände im Westen der USA mitverantwortlich. Nach ihren Angaben nimmt durch die Erderwärmung die Trockenheit in der Vegetation deutlich zu, was wiederum eine rasche Ausbreitung der Flammen begünstigt. US-Präsident Donald Trump hatte jedoch erst kürzlich bei einem Besuch in Kalifornien den Klimawandel erneut in Frage gestellt.

yb/ans