Bundesamt will radioaktive Belastung von Trinkwasser regional analysieren

Reporterin mit zwei Mikrofonen in der Hand

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) will mit einer Studie ermitteln, ob es regionale Ausnahmen von der insgesamt als gering geltenden radioaktiven Belastung des Trinkwassers in Deutschland gibt. Dabei solle im Auftrag des Bundesumweltministeriums auch der Frage nachgegangen werden, ob für bestimmte Regionen spezielle Schutzmaßnahmen nötig seien, teilte das BfS am Montag in Salzgitter mit.

Die Forscher wollen bereits vorliegende Daten gezielt untersuchen. Aus dieser Auswertung sollten Erkenntnisse gezogen werden, wie sich verschiedene Gesteinsformationen und deren Radionuklidgehalt auf die Wasserqualität auswirken und die Strahlenbelastung beeinflussen.

BfS-Präsidentin Inge Paulini erklärte, das Trinkwasser in Deutschland habe eine so gute Qualität, dass es in der Regel bedenkenlos aus der Leitung getrunken werden könne. „Zur Sicherheit wollen wir noch mehr Informationen zur Verteilung von Radionukliden im Trinkwasser erhalten, da diese je nach Beschaffenheit der regionalen Geologie unterschiedlich sein kann.“

Die Studie beziehe sich ausschließlich auf Radionuklide natürlichen Ursprungs, weil die Überwachung künstlicher Radionuklide aufgrund gesetzlicher Vorgaben sichergestellt sei. Ein Ergebnis der neuen Studie solle bis 2022 vorliegen.

Nach einer Studie aus dem Jahr 2009 ist die Belastung des Trinkwassers durch natürliche Radionuklide insgesamt gering. Demnach sind Erwachsene einer Strahlung von etwa 0,009 Millisievert pro Jahr ausgesetzt. Dies ist ein Bruchteil der natürlichen Strahlenbelastung von 2,1 Millisievert, der die Bevölkerung insgesamt im Schnitt pro Jahr ausgesetzt ist. Allerdings habe schon die Studie 2009 eine sehr große Schwankungsbreite gezeigt.

ran/cfm