Massiver Anstieg bei sogenannten Pornselfies bei Jugendlichen in Bayern

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In Bayern hat es einen massiven Anstieg bei sogenannten Pornselfies gegeben: Nach einer am Montag vom Bayerischen Landeskriminalamt veröffentlichten Auswertung stieg die Zahl der Straftaten im Bereich der Verbreitung pornografischer Schriften 2019 um 54,7 Prozent an. Dies lasse sich vor allem auf die Verbreitung von als Kinderpornografie einzustufenden Bildern von Jugendlichen zurückführen.

Eine nähere Untersuchung des Phänomens für Bayern habe gezeigt, dass zu einem großen Teil 14 und 15 Jahre alte Jungen mit deutscher Staatsbürgerschaft, die die Mittelschule besuchen, von sich selbst mit dem Handy Nacktaufnahmen und Bilder von Masturbationshandlungen fertigen und in Chatgruppen stellen.

Diese Pornselfies würden zum Problem, wenn die laut der Studie überwiegend 13- bis 15-jährigen Mädchen auch Selbstaufnahmen fertigen und mehr oder weniger freiwillig an ihre männlichen Partner versenden. Häufig komme es nach dem Ende der Beziehung oder zur Bloßstellung der Mädchen vor, dass die Jungen die Fotos und Videos ohne Wissen der Mädchen an andere weiterleiten.

Der größte Teil der ermittelten Straftaten im Zusammenhang mit der Verbreitung von Pornografie unter Jugendlichen sei im Rahmen von Großverfahren oder anderweitigen Ermittlungsverfahren aufgedeckt worden. Weniger häufig sei es dazu durch eine Anzeige der Betroffenen selbst gekommen.

Häufig hinderten Schamgefühle oder Angst, sich gegenüber der Polizei oder den Eltern zu offenbaren, die Mädchen daran. Auch Schuldgefühle spielten eine Rolle, weil die Betroffenen die Nacktaufnahmen überwiegend selbst machten und verschickten.

ran/cfm