Fahrgastverband Pro Bahn kritisiert Preiserhöhung als nicht in die Zeit passend

Reporterin mit zwei Mikrofonen in der Hand

Der Fahrgastverband Pro Bahn hat die angekündigte Preiserhöhung der Deutschen Bahn im Fernverkehr kritisiert. Dies „passt nicht richtig in die Zeit“, sagte der Ehrenvorsitzende Karl-Peter Naumann am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. In Zeiten der Corona-Pandemie „gewinnt man die Leute nicht, indem man mehr Geld fordert“. Gleichzeitig äußerte Naumann Verständnis für den von der Corona-Krise stark betroffenen Konzern. „Ich kann verstehen, dass die Bahn mehr Geld braucht.“

Die Deutsche Bahn hat angekündigt, dass die Preise im Fernverkehr zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember im Durchschnitt um ein Prozent steigen werden. Die Züge des Konzerns sind derzeit nur sehr schwach ausgelastet – im September waren in den ICE- und IC-Zügen nach Unternehmensangaben durchschnittlich rund 30 Prozent der Plätze besetzt.

Die Corona-Pandemie hat die Deutsche Bahn laut Konzernchef Richard Lutz „in die schlimmste finanzielle Krise seit ihrem Bestehen gestürzt“. Im ersten Halbjahr verbuchte die Bahn 3,7 Milliarden Euro Nettoverlust, der Umsatz ging um knapp zwölf Prozent auf 19,4 Milliarden Euro zurück.

ilo/jm