Sport in NRW: Leverkusen deutlich verbessert: Europa-League-Auftaktsieg gegen Nizza

Nadiem Amiri (r.) eröffnete den Leverkusener Torreigen

Bild: Nadiem Amiri (r.) eröffnete den Leverkusener Torreigen (AFP/POOL/SID/WOLFGANG RATTAY AFP/POOL/SID/WOLFGANG RATTAY)

Nach dem mäßigen Bundesliga-Auftakt hat sich Fußball-Bundesligist Bayer Leverkusen in der Europa League mit einem Schützenfest zurückgemeldet und zum Start in die Gruppenphase einen deutlichen Sieg gefeiert. 73 Tage nach dem Viertelfinal-Aus gegen Inter Mailand besiegte die Mannschaft von Trainer Peter Bosz den viermaligen französischen Meister OGC Nizza hochverdient mit 6:2 (2:1). Durch den Erfolg über den vermeintlich stärksten Gegner der Gruppe C brachte sich die Werkself auf Anhieb in eine gute Ausgangsposition für das klare Ziel K.o.-Runde.

Nadiem Amiri (11.) und Lucas Alario (16.) brachten die Leverkusener in Führung. Nach dem Anschlusstreffer von Amine Gouiri (31.) erhöhten Moussa Diaby (61.), der eingewechselte Karim Bellarabi (79. und 83.) und Florian Wirtz (87.) für die im Gegensatz zu den bisherigen Bundesligapartien stark verbesserten Leverkusener. Die Rheinländer, gegen die Alexis Claude-Maurice (90.) nur noch Ergebniskosmetik für die Gäste gelang, sind nun seit 13 Europacup-Spielen in Folge in der heimischen BayArena unbesiegt.

Sport-Geschäftsführer Rudi Völler hatte das Ziel der Rheinländer vor dem Spiel ganz deutlich formuliert. „Der Anspruch ist auf jeden Fall, in die K.o.-Runde einzuziehen. Das ist ganz klar“, sagte der 60-Jährige bei Sky Sport News.

Bei strömendem Regen und tiefem Rasen taten sich die Platzherren in den Anfangsminuten schwer mit den tiefstehenden Gästen, die ein kompaktes 5-3-2 aufboten. Die Idee von Nizzas Trainer Patrick Vieira, der sein Debüt auf internationaler Bühne als Coach feierte, wurde jedoch schnell durchkreuzt.

Das Team von der Cote d’Azur, das der frühere Welt- und Europameister 2018 von Borussia Dortmunds heutigem Trainer Lucien Favre übernommen hatte, wurde durch einen schönen Doppelpass von Leon Bailey und Alario ausgehebelt. Nach Baileys Pass in die Tiefe ließ Amiri den früheren Bayern-Profi Dante stehen und schoss eiskalt flach ein. Fünf Minuten später glänzte Alario mit einem wuchtigen Schuss aus spitzem Winkel unter die Latte.

Bayer wirkte danach wie entfesselt: Gegen Baileys Fernschuss (21.) rettete Nizzas Keeper Walter Benitez glänzend, auch bei Diabys Vollspannschuss (26.) war Benitez zur Stelle.

Dann ließ der Regen nach und Leverkusen auch, vor allem defensiv: Nachwuchstalent Gouiri nutzte die erste Möglichkeit direkt und schlenzte den Ball fein ins lange Eck am machtlosen Bayer-Schlussmann Lukas Hradecky vorbei. Kurz vor der Pause hatte Bayer zudem noch Glück, dass Hassane Kamara (41.) knapp verzog.

Nizza hatte sich neues Leben eingehaucht, Kapitän Dante klatschte vor Wiederanpfiff aufmunternd in die Hände und feuerte seine Teamkollegen mit „Allez les blancs“ („Auf geht’s, ihr Weißen) an. Es half zunächst: Leverkusen hatte zwar mehr Ballbesitz und Nizza die Chance: Gegen den überzeugenden Gouiri (54.) war nur Hradecky besser.

In der Folge drückte Bayer, Nizza versuchte zu kontern. Dann eroberte der auffällige Exequiel Palacios am gegnerischen Strafraum durch ein sauberes Tackling den Ball, Diaby vollendete und brach Nizzas Gegenwehr.

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