Sport in NRW: Norwegischer Top-Schiedsrichter Hagen outet sich

Wichtiges Signal gesetzt: Tom Harald Hagen (l.)

Bild: Wichtiges Signal gesetzt: Tom Harald Hagen (l.) (AFP/SID/PHILIPPE HUGUEN AFP/SID/PHILIPPE HUGUEN)

Der norwegische FIFA-Schiedsrichter Tom Harald Hagen hat mit seinem Outing ein wichtiges Signal im Kampf für Toleranz im Fußball gesetzt. „Ich habe das Gefühl, dass es wichtig ist, der Sache die Brisanz zu nehmen, dass ich schwul bin. Ich habe mein ganzes Leben so gelebt, das ist nichts, worüber ich mir Gedanken mache. Das ist mein Alltag“, sagte der 42-Jährige der Lokalzeitung Glamdalen aus Kongsvinger.

Hagen ist der erste Mann im norwegischen Spitzenfußball, der sich zu einem Outing entschlossen hat. Er halte die Zeit für reif und könne sich „nicht vorstellen, dass es für mich andere als positive Folgen hat“, betonte er. Zwar sei es „ein bisschen unheimlich“, dass er damit jetzt in den Medien sei, ergänzte Hagen, aber: „Ich habe gelernt, mich mit mir selbst sicher zu fühlen. Mein Leben ist schön.“

Hagen, der seit 2006 in der Eliteserien und seit 2009 als FIFA-Referee pfeift, löste damit eine Welle der Sympathie aus. „Ich applaudiere, das ist fantastisch“, sagte Abid Raja, Minister für Kultur und Gleichstellung. Hagen „bahne den Weg für mehr Toleranz und Akzeptanz für Verschiedenheit im Sport“, betonte er. Der norwegische Schiedsrichter-Chef Terje Hauge nannte seinen Kollegen ein „Vorbild“, die Boulevardzeitung Verdens Gang brachte das Outing in Regenbogenfarben auf dem Titel.

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