Deswegen ist eine gute Haftpflichtversicherung ein Muss

Ein fröhlicher und ausgelassener Moment kann in Sekundenschnelle zu einem wahren Schreckensszenario werden – dies zeigt sich besonders häufig in der Silvesternacht. Ein besonders tragisches Beispiel dafür ist der Brand im Affenhaus des Krefelder Zoos im letzten Jahr.

Entzündet durch „Himmelslaternen“

Die Frauen, die für die Tragödie verantwortlich sind, müssen mit erheblichen Schadensersatzforderungen rechnen – es ist zu hoffen, dass sie eine gute Haftpflichtversicherung haben.

Oft wird den Versicherungsvertretern vorgeworfen, dass diese große Schreckensszenarien nur entwerfen, um die Angst ihrer Kunden zu schüren und ihnen so lukrative Versicherungspolicen zu verkaufen. Dennoch zeigt das Beispiel aus Krefeld, dass solche schlimmen Vorkommnisse durchaus eintreten können. Ohne den Abschluss einer privaten Haftpflichtversicherung kann es schnell zu erheblichen finanziellen Belastungen kommen.


Zu viele Menschen verzichten auf den Schutz einer Haftpflichtversicherung

In Deutschland verzichtet jeder fünfte Haushalt auf eine private Haftpflichtversicherung. Werden Dritte geschädigt, bedeutet das, dass Personen ohne eine entsprechende Versicherung selbst für den entstandenen Schaden aufkommen müssen. Dabei lautet auch die Empfehlung der Verbraucherschützer, dass auf eine Haftpflichtversicherung in keinem Fall verzichtet werden sollte.

Ein anderes Problem besteht darin, dass eine Vielzahl von Haushalten aufgrund älterer Versicherungspolicen unterversichert ist – das heißt, ihre Haftpflichtversicherung bietet im Schadensfall keinen ausreichenden Schutz. Die fixierte Versicherungssumme ist zu gering und die heutigen Risiken werden durch die Leistungen nicht berücksichtigt. Innerhalb der letzten Jahre sind die Tarife nämlich wesentlich umfangreicher geworden.


Worauf muss bei einer guten Haftpflichtversicherung geachtet werden?

Sowohl bei alten als auch bei neuen Versicherungspolicen muss Wert darauf gelegt werden, dass eine ausreichende Versicherungssumme gegeben ist. Die empfohlene Mindestsumme liegt dabei zwischen 10 und 15 Millionen Euro. Besser sind allerdings Summen in Höhe von 20 Millionen Euro. Diejenigen, die wirklich absolute Sicherheit genießen wollen, schließen Policen mit einer Versicherungssumme von 50 Millionen Euro ab.

Ist die vorhandene Haftpflicht-Police bereits mehrere Jahre alt, sollte die Versicherungssumme unbedingt geprüft werden. Einige alte Verträge verfügen noch über Versicherungssummen von 500.000 oder einer Million Euro. Diese Summen reichen kaum aus, wenn wertvolle Gegenstände bei einem Unglück beschädigt werden oder die medizinische Behandlung von Menschen nötig wird. Haftpflichtversicherungen sind im Allgemeinen sehr preiswert, weshalb durchaus zu einer möglichst hohen Versicherungssumme gegriffen werden kann. Pro Jahr kostet ein ausreichender Schutz für Singles nicht mehr als 40 Euro, für Familien nicht mehr als 80 Euro.


Zusatzleistungen einer Haftpflichtversicherung sind sinnvoll

Generell unterscheiden sich die Preise für die Basistarife der gängigen Haftpflichtversicherungen und solchen Policen, die hohe Deckungssummen aufweisen, nicht stark voneinander. Maximal ergeben sich daraus Preisunterschiede zwischen 15 und 20 Euro pro Jahr.

Allerdings ist es nicht nur sinnvoll, auf eine möglichst hohe Deckungssumme zu achten, sondern auch auf zusätzliche Leistungen. Bei hochwertigen Tarifen sind beispielsweise häufig die sogenannten Gefälligkeitsschäden inkludiert. Wird einem Freund beim Umzug geholfen und dabei ein Schaden verursacht, springt die Versicherung ein. Wer beim Verlust des Schlüssels vom Arbeitsplatz auf der sicheren Seite sein möchte, der sollte ebenfalls darauf achten, dass diese Leistung Teil der Versicherung ist. Allerdings haften Arbeitnehmer in der Regel nur dann für den Verlust des Schlüssels, wenn sie grob fahrlässig gehandelt haben.

Bessere Tarife sorgen auch für einen entsprechenden Schutz, wenn an geliehenen Dingen Schäden entstehen. Allerdings gibt es oft eine Begrenzung für die jeweiligen Versicherungssummen, sodass eventuell eine Beteiligung an den Schadenskosten fällig wird.


 

 

 

Matthias Koprek