Sport in NRW: Schippers: Streit um TV-Millionen treibt Topklubs in Richtung Superliga

Stephan Schippers sieht den TV-Gelder-Streit kritisch

Bild: Stephan Schippers sieht den TV-Gelder-Streit kritisch (FIRO/FIRO/SID/ FIRO/FIRO/SID/)

Borussia Mönchengladbachs Geschäftsführer Stephan Schippers sieht im Streit um die Neuverteilung der Bundesliga-Medienerlöse ab der Saison 2021/22 eine große Gefahr. „Natürlich spielt da das Thema Superliga mit rein: Je mehr man national alles gleichmachen will, desto mehr treibt man die Topklubs, die sich eigentlich eindeutig zur Bundesliga bekennen, in diese Richtung. Deshalb muss man da sehr vorsichtig sein“, sagte Schippers, der auch Aufsichtsratsmitglied der Deutschen Fußball Liga (DFL) ist, der Sport Bild. Zuletzt waren Pläne über die mögliche Gründung einer europäischen Superliga mit 18 bis 20 Topklubs publik geworden.

Unterschiedliche Interessensgruppen streiten seit Wochen über Varianten zur Ausschüttung der Erlöse aus dem Verkauf der Bundesliga-Rechte im deutschsprachigen Raum (1,1 Milliarden Euro pro Saison) und der internationalen Einnahmen (um die 250 Millionen Euro pro Spielzeit). Bis zum Jahresende will das DFL-Präsidium über den Verteilerschlüssel entscheiden. Bereits am Mittwoch treffen sich in Frankfurt 15 Profiklubs auf Initiative von Rekordmeister Bayern München, um auch über die TV-Erlöse zu diskutieren.

„Ich kann nur davor warnen, das Prinzip einer zentralen Fernsehvermarktung und einer solidarischen Verteilung der TV-Einnahmen infrage zu stellen“, sagte Schippers weiter: „Seit Jahren sind die Bayern und Dortmund die großen Zugpferde, national und international. Davon profitieren alle. Wenn wir eine Einzelvermarktung hätten, würden mindestens drei Viertel der 36 Vereine nur einen Bruchteil von dem kassieren, was sie aktuell bekommen.“

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