Nachrichten aus NRW: „Querdenken“-Demonstrationen in mehreren Städten

Festnahme eines

Bild: Festnahme eines „Querdenkers“ in Frankfurt (Yann Schreiber AFP)

In mehreren deutschen Städten sind am Samstag erneut Anhänger der „Querdenken“-Bewegung gegen die staatlichen Corona-Beschränkungen auf die Straße gegangen: In Frankfurt am Main drängte die Polizei die Teilnehmer einer „Querdenken“-Kundgebung sowie Gegendemonstranten mit Wasserwerfern und vereinzelt mit Schlagstöcken zurück. Die Versammlung der rund 600 „Querdenker“ auf dem Rathenauplatz sei am Abend aufgelöst worden, teilte die Polizei mit. 

Die von der Stadt verhängten Auflagen, insbesondere der geforderte Mindestabstand sowie die Maskenpflicht, seien „trotz mehrfacher Aufforderung“ nicht eingehalten worden. Als sich die Teilnehmer der Kundgebung weigerten, den Platz zu verlassen, setzte die Polizei Wasserwerfer ein. 

Zuvor hatten Gegendemonstranten nach Angaben der Polizei den Protestzug der sogenannten Querdenker durch Frankfurt mehrfach blockiert. Da sie sich an zwei Stellen geweigert hätten, die Strecke freizugeben, sei auch gegen sie der Wasserwerfer eingesetzt worden. Es sei auch zu Angriffen auf Polizisten gekommen. Der „Querdenken“-Aufzug musste den Angaben zufolge mehrfach angehalten werden, um die Teilnehmer zur Einhaltung der Hygieneauflagen aufzurufen. 

Vier Beamte wurden bei dem Einsatz nach Polizeiangaben verletzt – unter anderem wurde demnach eine Polizistin von einer „Querdenkerin“ ins Bein gebissen. Vier Tatverdächtigen seien festgenommen worden, teilte die Polizei mit. Zudem seien drei Demonstranten leicht verletzt worden.

In Karlsruhe versammelten sich nach Angaben der Stadt und des Polizeipräsidiums in der Spitze bis zu 1000 Teilnehmer einer „Querdenken“-Demonstration. Dabei seien insbesondere zu Beginn mehr als 200 Verstöße gegen die Maskenpflicht, das Ansammlungsverbot und das Abstandsgebot festgestellt worden. An der Gegendemonstration nahmen bis zu 130 Menschen teil. Beide Proteste verliefen nach Polizeiangaben friedlich.

Auch auf dem Regensburger Dultplatz protestierten rund 1000 Anhänger der „Querdenken“-Bewegung. Die Polizei musste nach eigenen Angaben mehrere Menschen abweisen, da die Obergrenze an Teilnehmern erreicht war. Mehrere Anzeigen wurden erstattet, unter anderem wegen Verstößen gegen die Maskenpflicht und wegen des Verdachts falscher Atteste. Zudem wurde ein Polizeibeamter angegriffen und ein weiterer beleidigt.

Auch auf dem Erfurter Domplatz demonstrierten nach Polizeiangaben rund 250 Anhänger der „Querdenken“-Bewegung gegen die Corona-Auflagen. Eine weitere Demonstration in Aachen mit rund 250 Teilnehmern sowie Gegenproteste mit etwa 100 Demonstranten verliefen nach Polizeiangaben friedlich. Proteste mit rund 150 Teilnehmern und Gegendemonstrationen im ostfriesischen Aurich verliefen nach Polizeiangaben ebenfalls ohne Zwischenfälle.

Am vergangenen Samstag war in der Leipziger Innenstadt eine Demonstration der „Querdenken“-Bewegung gegen die Corona-Restriktionen eskaliert. Bei der Versammlung mit rund 20.000 Teilnehmern gab es zahlreiche Verstöße gegen die Auflagen zum Infektionsschutz. Darüber hinaus kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen, nachdem die Polizei die Demonstration wegen der Verstöße gegen die Corona-Regeln vorzeitig aufgelöst hatte.

noe