Zahl der Apotheken so niedrig wie seit Mitte der 80er Jahre nicht mehr

Die Zahl der Apotheken sinkt

Bild: Die Zahl der Apotheken sinkt (JOHN MACDOUGALL AFP)

Die Zahl der Apotheken ist nach Angaben der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) weiter rückläufig. Wie der Verband am Mittwoch mitteilte, gab es Ende des dritten Quartals 18.854 öffentliche Apotheken und damit 221 weniger als Ende 2019. Dies sei „der tiefste Stand seit Mitte der 1980er Jahre“. 279 Schließungen standen demnach lediglich 58 Neugründungen gegenüber.

Zugleich blickt die der Mehrzahl der Apotheken weiter mit Skepsis in die Zukunft: Drei Viertel (74,0 Prozent) erwarten eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage in den nächsten zwei bis drei Jahren, wie aus einer Befragung im Auftrag der ABDA hervorgeht. 2019 lag der Wert bei 79,8 Prozent.

Für den Apothekenklima-Index werden seit 2016 jährlich 500 Apothekeninhaber in Deutschland befragt. Die diesjährige Befragung im Juli spiegelt nach Angaben der Bundesvereinigung dabei die Situation nach der ersten Pandemiewelle und vor Verabschiedung des Vor-Ort-Apothekenstärkungsgesetzes wider. Das Gesetz, das der Bundestag Ende Oktober mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen beschlossen hatte, sieht unter anderem vor, dass Versandapotheken gesetzlich Versicherten künftig keine Rabatte mehr auf rezeptpflichtige Arzneimittel gewähren dürfen.

„Die Stimmung in den Apotheken bleibt in diesen wechselvollen Corona-Zeiten von großer Skepsis geprägt“, erklärte ABDA-Präsident Friedemann Schmidt. Mit einer stärkeren Aufhellung werde „wohl erst zu rechnen sein, wenn das Vor-Ort-Apothekenstärkungsgesetz seine positive Wirkung entfaltet, pharmazeutische Dienstleistungen etabliert sind und das E-Rezept in geordneten Bahnen eingeführt ist“. Für solche digitalen Rezepte hatte die Regierung im Frühjahr die Voraussetzungen geschaffen.

jm