FAANG: Wie bewertet die Börse heute die wichtigsten Technologie-Konzerne?

Was hat SAP mit Facebook, Apple, Amazon, Netflix und Google gemeinsam? Vom Unternehmenswert her eher wenig, aber immerhin ist SAP das einzige deutsche Unternehmen, dass mit Software eine Rolle auf dem Weltmarkt spielt. Deswegen schauen wir hier nicht nur auf die Börsenkurse der FAANG-Gruppe, sondern auch auf den Kurs der bereits in den 70er Jahren gegründeten SAP. Weil sie eine der spannendsten Firmen an der Schnittstelle zwischen Hightech, Digital und Automotive ist, berücksichtigen wir auch Tesla. Das Urgestein der Digitalwelt, Microsoft, kann natürlich auch nicht fehlen.

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Die FAANG-Aktien im Einzelnen

  • Wie stark sich die Corona-Pandemie auf den Wert von Facebook auswirken wird ist noch nicht entschieden. Auf der einen Seite gab es weltweit Kontakteinschränkungen, was zu einer stärkeren Nutzung von sozialen Netzen führte. Auf der anderen Seite brachen viele Werbeeinnahmen fast vollständig weg. Tagesaktuell liegt der FB-Kurs bei 285,58 Dollar je Aktie, das ist 8,20 Prozent schlechter als das Allzeithoch vom 26. August 2020. Berechnet von Beginn der Corona-Pandemie im Februar ist das ein Plus von 36,30 Prozent.
  • Selten wurden Smartphones und Laptops so stark genutzt wie im Corona-Jahr 2020: um im Homeoffice zu arbeiten und um den Kontakt zu Freunden und Verwandten trotz Kontaktsperren zu halten. Gleichzeitig aber gingen Millionen in Kurzarbeit oder verloren ihre Jobs. Zu früh um eine Corona-Bilanz für Apple zu ziehen, aktuell liegt der Wert einer Aktie bei 123,75 US-Dollar. Vergleicht man mit dem Allzeithoch vom 2. September 2020 ist das eine Veränderung von minus 11,25 Prozent und im Vergleich zum Kurs bei Pandemie-Beginn im Februar ein Plus von 54,16 Prozent.
  • Der ehemalige Online-Buchhändler Amazon (gegründet 1994 von Jeff Bezos) machte 2019 rund 280 Milliarden Dollar Umsatz. Für eine Aktie von Amazon zahlt man aktuell 3.158,00 USD. Das ist seit Begin der Corona Pandemie ein Preisanstieg von 68,82 Prozent.
  • Auch für TV-Streamer sind Lockdown-Zeiten eher gute Zeiten: für ein Papier von Netflix werden aktuell 515,78 Dollar berechnet, zu Beginn der Pandemie waren es 347,74 Dollar (zu heute: plus 48,32 Prozent). Trotz Schulden in Millardenhöhe ist Netflix stark gefragt. Der bisherige Höchsstand der Aktie vor Corona 415,44 Dollar betrug übrigens (17,75 weniger als heute).
  • Es wurde millionenfach mehr im Internet gesucht und millionenfach mehr Videos geschaut – das war das positive Ergebnis für Google und Youtube (beides Töchter des Alphabet-Konzerns) in Pandemie-Zeiten. Aber weltweit brach auch die Werbung weg, in einigen Branchen um bis zu 90%. Erst am Endes des Jahres wird Alphabet wirklich Bilanz ziehen können, heute werden in New York für die Alphabet-Aktie 1.819,48 Dollar berechnet, der bisherige Höchstpreis aus Vor-Krisen-Zeiten lag am 22. Januar 2020 bei 1.485,95 Dollar. Zu Ausbruch der internationalen Virus-Zeiten im Februar kostete die Aktie übrigens 1.455,84 Dollar, das ist ein Unterschied zu heute von plus 24,98 Prozent.

Aktien von weiteren Giganten:

  • SAP ist die einzige deutsche IT-Erfolgs-Story mit globaler Bedeutung. Der Wert einer Aktie des deutschen Globalplayers liegt aktuell bei 101,72 Euro, damit hat der Kurs seit Februar 2020 (Beginn Pandemie) um 12,68 Prozent verloren. Den Rekordwert davor hatte die SAP-Aktie am 24. Januar 2020 mit 125,08 Euro erreicht.
  • Als Dinosaurier der Tech-Welt schon öfter totgesagt hat sich Microsoft immer wieder neu erfunden und bleibt das größte Softwareunternehmen der Welt. Aktuell zahlt man für einen Anteil am Unternehmen aus Redmond 214,29 Dollar, das sind 25,34 Dollar mehr als zu Ausbruch der Virus-Krise im Februar und damit minus 7,70 Prozent entfernt vom höchsten Börsenkurs aller Zeiten, nämlich dem vom 2. September 2020 mit 232,25 Dollar/Aktie.
  • Tesla baut zwar vor allem Autos, aber auch Weltraumraketen und möchte Fahrgäste, die auf der Erde bleiben, demnächst in unterirdischen Röhren von A nach B schießen. Der CEO Elon Musk leitet das Unternehme sprunghaft und nicht immer berechenbar, was aber bislang Aktionäre wenig störte. Diese zahlen heute für einen Anteil an dem Konzern 641,76 Dollar, bei Pandemie-Beginn im Februar waren es 128,16 Dollar (zu heute: plus 400,74 Prozent). und am meisten wurde vor Covid-19 am 22. Januar 2020 für die Tesla-Aktie gezahlt: 113,91 Dollar, das sind 403,82 Prozent weniger im Vergleich zum heutigen Wert.